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Sarkophag Rocks HP
         

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Konzertbericht

Annihilator

Support:
Adimiron
Sworn Amongst

Luxor - Köln

12.10.10
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Annihilator Homepage
Annihilator @ MySpace

Supportbands:
Adimiron Homepage
Adimiron @ MySpace
Sworn Amongst Homepage
Sworn Amongst @ MySpace
 

Unser Konzert-Special/Our Concert-Special

 

 

Ich mag Köln sehr und besonders gerne verbinde ich einen Kurztrip in diese schöne Stadt mit einem Konzertbesuch... oder umgekehrt... Sarkophag-Teamwork war angesagt - Hans und ich trafen uns am Bahnhof. Es war arg kühl, aber die Sonne schien und einen Kaffee trinken mit Blick auf den Dom - das musste einfach sein. Dann ging´s ins Hotel, im Zimmer einchecken, ein bisschen was von Köln sehen und anschließend ab Marsch Richtung Annihilator.

Ursprünglich sollte das Konzert im Stollwerck stattfinden, wurde aber kurzfristig ins Luxor verlegt. In dieser Location war ich noch nie und ich wäre beim Vorbeischlendern nicht unbedingt auf die Idee gekommen, dass das ein Konzertveranstaltungsort sein könnte. Sprich: ein kleinerer Club, an einer Hauptstraße, eingebettet zwischen Restaurants und Geschäften. Das Finden der Adresse haben wir unserem Taxifahrer überlassen. Ein Tourbus vor der Tür, geschäftiges Treiben diverser Herren mit an den Klamotten angeketteten Pässen – wir waren definitiv richtig :-) Ein Interview stand an und so konnten wir das Luxor im Leerzustand begutachten. Eigentlich hatten wir Jeff Waters, den Mastermind von Annihilator, als Interviewpartner auf dem Plan stehen. Aber die Erkältungszeit macht auch vor Musikern nicht halt. Jeff musste sich und seine Stimme etwas schonen und so interviewten wir Sänger und Rhythmusgitarrist Dave Padden. Ein sehr angenehmer lockerer Gesprächspartner – das Ergebnis des Befragung findet ihr in unserer SarkoTalk-Abteilung.


Nach dem Interview ging´s wieder nach draußen und wir reihten uns in die kleine Gruppe der wartenden Fans ein. Es herrschte kein Massenandrang, was nicht unbedingt verwunderlich war. Die Temperaturen waren alles andere als angenehm und bei Konzerten unter der Woche kommt die Mehrzahl der Zuschauer meistens nicht so ganz frühzeitig... Pünktlich um 20 Uhr begann der Einlass, problemlos und flott waren wir drin. Direkt rechts waren die Merchandise-Artikel der Bands zu bekommen, eine Theke schloss sich an, links ging´s in den Club rein. Erinnerte mich sehr an die Garage in Saarbrücken... links an der Wand vorbei eine lange Bar, Stehtische, Barhocker, lang, eher schmal, zur Bühne hin abfallend, vorne links eine etwas breitere Fläche mit zwei Ebenen, die jeweils eine Stufe höher lagen, mit länglichen Metallgestellen zum Abstellen von Getränken, aber auch gut zum Aufstützen zu gebrauchen. Prima, das kam bestens, ich hatte mein Plätzchen gefunden. Die Bühne zirka kniehoch, nicht allzu breit, keine Absperrung, kein Bühnengraben, somit auch keine Fotopit. Das war natürlich für die Fotografen nicht gerade der Idealzustand... Hans richtete sich neben einer der Boxenwände häuslich ein, eine andere Möglichkeit gab es nicht.


Die erste Supportband> Adimiron. Die fünf Jungs aus Italien starteten ihr Set mit dem Song  Oriens  und sie zeigten gleich, in welche Richtung es an diesem Abend musikalisch abgehen würde. Das Los der ersten Gruppe on Stage ist ja oftmals, dass der Einlass noch im vollen Gange und die Location nicht optimal gefüllt ist. Und so war es auch an diesem Abend. Adimiron ließen sich davon nicht beirren, sie rockten hart, energiegeladen und voll Begeisterung ab. Sänger Andrea pushte ordentlich und seine Musiker standen ihm in nichts nach. Zwei Gitarren, Bass und Drums gaben Gas und aus den Boxen knallte es gewaltig, aber gut abgemischt. Sofern vorhanden flogen die Mähnen, es wurde gesprungen und die Fans direkt vor der Bühne gingen voll mit ab. Einer der Gitarristen fiel nicht nur durch gute Beherrschung seines Instrumentes sondern auch durch sein exzellentes Mienenspiel auf. Für fünf Musiker war´s vielleicht ein bisschen eng auf der kleinen Spielfläche, aber das hinderte sie nicht daran, eine wirklich gute Performance hinzulegen. Ihre Setlist umfasste sechs Songs und nach knapp 30 Minuten sagten sie mit dem letzten Titel  To Whom It May Concerns  arrivederci. Das war schon mal nicht schlecht! Während ihrem Auftritt kamen mehr und mehr Leute ins Luxor - langsam, aber sicher füllte sich die Bude...


Der Umbau ging sehr flott von der Hand und alles war einsatzbereit für Supportband Nummer 2> Sworn Amongst aus England. Die ließen auch nicht lange auf sich warten und legten mit  The Storm  eher orkanartig los. Das Quartett um Sänger/Gitarrist Liam kniete sich voll rein. Ich hatte insbesondere Gitarrist Jonny Barker im Auge: schnittiges Gitarrenmodell in weiß und was er ihr entlockte... ja, doch – das kam verdammt gut. Generell ging musikalisch die Post ab und das im Eiltempo – schnell, hart, kraftvoll, auf den Punkt. Sie spielten überwiegend Songs aus ihrem letzten Album  Severance  und vom Vorgänger  And So It Begins  hatte es der Titel  The Rules Of Engagement  in die Setlist geschafft. Als Liam diesen Song anmoderierte, kam erst mal nichts... die Erklärung erfolgte im schönsten Denglisch> die Drums are kaputt... aber auch flott wieder repariert und so konnte die Show weiter gehen. Am Sound hatte ich auch bei ihnen nichts auszusetzen. Das Publikum ging schon mit, aber nicht so wie ich es bei der Musik von Sworn Amongst erwartet hätte – die meisten Leute waren eher... etwas verhaltener am Mitrocken. Acht Titel gaben sie zum Besten - 40 Minuten fegte der Sound der Band aus den Boxen des Luxors. Wobei ich mir bei diesem Auftritt als persönliches Highlight den Song  The Storm  notiert habe – weil genau mein Ding! Beide Vorbands setzten keinen technischen Schnickschnack ein, ein bisschen Lightshow mit verschiedenen Farbstrahlern und fertig...


Die Hütte war jetzt richtig kuschelig voll geworden. Aber dank einer hervorragenden Belüftungsanlage wurde es nie zu warm oder stickig. Das muss ich lobend erwähnen, da ich in kleineren Clubs – und nicht nur da – in Sachen Belüftung schon grundlegend anderes erlebt habe. Wieder war der Umbau schnell abgeschlossen, alles war hergerichtet für den Hauptact aus Kanada, erwartungsvolle Spannung, aber es tat sich nichts. Einige Zuschauer versuchten es mit Herbeipfeifen, funktionierte nicht, also rufen – Annihilator Sprechchöre brachten den gewünschten Erfolg – es wurde dunkel, ein Intro erklang und dann enterten die vier Herren von Annihilator die Bühne. Ich muss gestehen, ich hatte die Band noch nie live gesehen. Was ich an diesem Abend erleben durfte, war gigantisch – sowohl in musikalischer Hinsicht als auch in Sachen Umgang mit den Fans.


Die ersten Töne von  Ambush  donnerten aus den Boxen und das Publikum ging sofort voll und ganz mit ab. Beim zweiten Song  Clown Parade  stürmte ein Mädel die Bühne und sprang dann in die Menge. Bei der geringen Höhe konnte nicht so viel passieren, aber als brillante Idee war diese Aktion nicht unbedingt zu verbuchen. Jeff begrüßte die Fans und sein Kommentar “Holy Shit, is it hot here” konnte die Temperatur auf und die Action vor der Bühne wohl sehr treffend beschreiben. Die Stimmung war so gewaltig, so mitreißend und dieses besondere Feeling im Luxor blieb bis zum Ende bestehen. Ich wusste, dass Bassist Al und Drummer Carlos „Frischlinge“ in der Band sind, aber das war absolut nicht zu hören. Das Zusammenspiel klappte hervorragend, der Sound kam bestens – das Teamwork aller Beteiligten lief so was von optimal... Die Neuzugänge beide mit langen Haaren, die auch im Rhythmus rotierend zum Einsatz kamen. Die „alten Hasen“ Jeff Waters und Dave Padden mit schicken Kurzhaarfrisuren, seitlich sehr kurz rasiert, oben ein breiter Streifen a lá Iro – so konnte man auch äußerlich die Neuen von der Stammbesetzung unterscheiden (sorry, das musste sein, Gruß an K.)


Man merkte Jeff nicht unbedingt an, das ihn eine Erkältung plagte. Er kam bei einigen Songs als Sänger zum Einsatz, wobei die Hauptarbeit am Mikro Daves Job ist. Die Setlist war ein sehr gut gewählter Mix quer durch die Annihilator-Alben, auch Instrumentalstücke wurden gespielt wie z.B.  Crystal Ann. Jeff und Dave im zweistimmigen Gitarreneinsatz wie bei  The Fun Palace  – ein Hochgenuss. Und wie wir spätestens aus unseren Interviews wissen, waren einige Titel sehr speziell, denn sie waren noch nie oder schon lange nicht mehr Bestandteil einer Annihilator Show.


Nun zu einigen Besonderheiten, die bei mir als sehr positiv/beeindruckend/ unterhaltsam hängen geblieben sind:

Wie erwähnt war die Bühne weder hoch noch breit. Links seitlich von den Boxen war ein kleiner Teil, von dem aus die Musiker auf die Bühne gingen. Al und Jeff tauchten immer wieder dort auf und wir hatten optimale Sicht auf sie. Jeff kam an dieser Stelle mehrfach ins Publikum rein, spielte dort weiter, ließ sich mit Zuschauern fotografieren. Das war ein Teil von dem, was ich weiter oben schon kurz angesprochen hatte: so einen Umgang mit den Fans hab ich in der Form noch nie erlebt. Noch ein Beispiel gefällig? Ich habe nur einen Security gesehen und der wurde immer wieder von Jeff „ausgebremst“. Beim Song  King Of The Kill  sprang ein junger Mann auf die Bühne, schnappte sich das Mikro, fing an zu singen. Der Security wollte ihn stoppen, aber Jeff schüttelte den Kopf. Der Fan durfte eine Strophe singen und verließ dann brav crowdsurfend die Bühne. Mit den vorderen Reihen wurde immer wieder abgeklatscht und die Kommunikation Musiker/Zuschauer klappte bei allen bestens, da besteht ein super Kontakt.


Zum Grinsen gab es auch einiges... Jeff war ständig am Lachen, zog Grimassen, machte Jokes und Späßchen. Er lobte die Zuschauer, da das Mitsingen ihm sehr helfen würde und meinte dann: “money back on the door”. Herzlich lachen musste ich als er die Bandvorstellung kurz unterbrach und uns wissen ließ, dass der Bandname Annihilator nicht unbedingt die beste Wahl war, weil schwierig auszusprechen. Er zählte Beispiele auf, was da weltweit sprachtechnisch schon alles dabei rausgekommen war... köstlich!!!


Und ob´s nun groß interessiert oder nicht – mir fiel sehr positiv ins Auge, dass die Herren Musiker auf der Bühne Wasser tranken...


Ich war so fasziniert, insbesondere von Jeffs Gitarren und dem, was er ihnen entlockte. Woooow, was war das genial!!! Eine Gibson in ausgefallener Form und Machart, Teile der Gitarre blinkten mal blau, mal rot, was bei eher dunklem Bühnenlicht so was von super aussah. Und seine rote Epiphone Annihilation-V kam natürlich auch zum Einsatz. Nur nutzen ja geil aussehende Gitarren alleine nichts - der Gitarrist muss das gewisse Talent in den Fingern haben. Und davon hat Jeff eine enorm große Portion abbekommen. Ich hätte ihm stundenlang beim Bearbeiten der Saiten zuschauen und vor allem zuhören können – allein schon deswegen hat sich dieser Konzerteinsatz für mich mehr als gelohnt. Aber das Gesamtpaket brachte diesen Gig in meine persönlichen Top Ten.


Mein persönliches Song-Highlight ihres Sets ist ein Doppelpack> drei Stühle wurden aufgestellt. Jeff, Dave und Al nahmen Platz und sie spielten  Phoenix Rising  und  Sounds Good To Me  als Acoustic-Medley. Dave und Al sangen stellenweise zweistimmig, grüne Scheinwerfer tauchten die Bühne in ein stimmungsvolles Licht. Dave beeindruckte mich stimmlich generell, aber gerade bei diesem Medley konnte er meiner Meinung nach voll abliefern. Dieser Part war so sanft und romantisch - ein krasser Unterschied zu den Abgehnummern und es zeigte eine weitere Seite dieser Band.


Das Konzert hatte eine mehr als ordentliche Spielzeit, trotzdem war für mich viel zu schnell der letzte Titel des Abends -  Alison Hell  - erreicht. Ein fulminanter Abschluss, bei dem Dave extremes Lungenvolumen bewies – seine zwei langen Schreie am Ende des Songs, heiliges Blechle!!! Die Menge forderte Zugabe, die Band kam auch nochmals auf die Bühne, aber Jeff erklärte, dass es nicht mehr ging.


Das war mein erstes Annihilator-Konzert, aber ganz sicherlich nicht mein letztes. Hans hatte seinen Einsatz in vorderster Front ohne Schaden überstanden. Bei einigen Songs ging´s da vorne schon recht heftig ab und bei meiner Größe musste ich einen sehr langen Hals machen um zu schauen, ob bei Hans alles okay war. Ein kurzer Stop an der Theke, dann gingen wir shoppen, denn ein Shirt von dieser Tour war ein Muss für uns. Wir unterhielten uns noch kurz mit den Sängern der Supportbands (Andrea und Liam> danke für die Setlists!). Später trafen wir Jeff am Merchandise-Stand und konnten auch mit ihm ein bisschen quatschen. Dann ging´s zurück in die Kälte, schnell ein Taxi organisiert und ab ins Hotel. Dieser Trip nach Köln hatte sich wirklich mehr als gelohnt!!!

 

Report by Marion Ney
 

 

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