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Konzertbericht

Bonfire / Gotthard

Neue Stadthalle - Langen

09.11.12
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Part 1

 

Dies & Das & Jenes

 

Zu dem  Bonfire-Live-Genuss kamen wir überraschend und unerwartet. Das Konzert von  Gotthard  in Langen stand schon länger in unserem Plan und eigentlich waren  Unisonic  als Support angekündigt. Doch grassierende Erkältungswellen machen auch vor Künstlern nicht halt. Ich düste in Facebook herum und las die Info, dass  Unisonic  bei den nächsten zwei Konzerten ausfallen würden, da es Sänger Michael Kiske arg erwischt hatte. Das fand ich sehr sehr schade, denn ich mag ihr Album  Unisonic  und hatte mich darauf gefreut, die Band und vor allem Michael Kiskes Stimme live hören zu können. Krank ist krank, verstehen konnte ich die Absage und ich wartete gespannt, wer als Ersatz einspringen würde.



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Die nächste Nachricht war allerdings, dass  Gotthard  ein Konzert absagten, da auch deren Sänger Nic Maeder erkrankt war. Uuups, Bangen und Hoffen – mein voraussichtlich letztes Konzert vor der nächsten OP, zudem wollte ich vor Ort eine ganz liebe Freundin treffen – das durfte einfach nicht alles ins Wasser fallen. Die Zitterpartie wurde noch etwas verschlimmert, da  Bonfire  als Vorband für die folgenden zwei Termine benannt wurden. Oh Mann, Bonfire  und  Gotthard, was für eine Kombi – die Stoßgebete wurden intensiviert und... sie hatten Erfolg ;-)


So kurvten Ilona und ich am 09.11. bestens gelaunt und bei schönem Wetter Richtung Langen. Das Navi glänzte mal wieder mit einigen doch recht putzigen Ideen und sorgte für Erheiterung der besonderen Art. So lernten wir einen netten Hotelangestellten kennen, den wir gar nicht kennenlernen sollten und im zweiten Anlauf landeten wir dann doch noch vor dem richtigen Hotel. Hätte diese Navi-Elvira noch einmal den Spruch mit dem „bitte wenden“ hinten von sich gegeben, hätte ich ihr wohl den virtuellen Hals umgedreht. Einchecken, umziehen, und los ging´s Richtung Neue Stadthalle. Die sagte uns Elvira brav so was von korrekt an – Location gefunden, Parkplatz ebenso, raus aus dem Auto.



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Es waren schon einige Fans vor Ort, warten konnte man auch innerhalb der Vorhalle, Treppe hoch, mittig drei Türen zum Konzertereignis und rechts die Tür... zum Hallenbad. Die Leutchen, die da rein und raus wollten, hatten an dem Tag etwas schlechtere Karten. Die hatten wir aus anderem Grunde allerdings auch, wie wir kurz darauf feststellen mussten. Der Einlass begann pünktlich, wir landeten recht schnell bei den Herren Kontrolleuren, aber die schienen mit Navi-Elvira verwandt zu sein, denn es hieß schon wieder „bitte wenden“ - den Fotopass gab´s in dieser Halle woanders. War natürlich nicht angezeigt und da es unser erster Einsatz in Langen war, konnten wir es weder wissen noch riechen. Also raus und ganz runter, dort erwarteten uns weitere Probleme. Der Blutdruck stieg – höchste Zeit, um in den Ironiemodus zu schalten. Endlich hatten wir alles, was wir brauchten. Wieder anstellen, dieses Mal erfolgreich, geschafft, drin - neuer Rekord, auch was wert! Das Positive daran: die Wartezeit auf den Konzertbeginn hatte sich um einiges verkürzt.

 

Bonfire

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Die Bühne war im vorderen Teil für die erste Band des Abends angerichtet und das  Bonfire-Logo prangte hinter dem Schlagzeug. Ich freute mich sehr auf diesen Gig. Bonfire  gibt es ja schon ein paar Tage länger, genau genommen rocken sie seit über 25 Jahren durch die Weltgeschichte. Nur gab´s zwischendurch einige „Pausen“ und das ich nun die Chance bekam, sie wieder live zu sehen, war einfach nur klasse. Meine absoluten Favoriten sind die beiden ersten Alben  Don't Touch The Light  und  Fireworks  und werden es auch immer bleiben, denn ich verbinde damit sehr viele Erinnerungen. Daher war ich auch arg auf ihre Setlist gespannt, da ich natürlich auf einige meiner Lieblingssongs hoffte.



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Um 20 Uhr war es soweit, die Lichter gingen aus... und unsere Ilona mutierte zur Sarkophag-Gemse. Im „Graben“, wo normal die Fotografen bei den ersten drei Songs ihre Arbeit machen, waren nämlich einige Boxen aufgebaut – hieß: an der vorderen höheren Variante vorbei balancieren und im Laufe der Knips-Session an zwei weiteren kleineren vorbei bzw. drüber hinweg... und dann wieder zurück. Sorry, aber das war amüsant anzuschauen, nur leider ging mein Versuch, die ganzen Gemsen zu fotografieren, bei beiden Bands schief ;-)


Es nebelte, die Musiker nahmen die Bühne in Beschlag und los ging´s mit  Under Blue Skies. In dieser Besetzung hatte ich sie noch nie live gesehen, überzeugen konnten sie mich allerdings sofort. Die Band versteht es, die Zuschauer zu begeistern, mitzureißen, einzukassieren und gute Laune zu verbreiten. Da kam doch augenblicklich Stimmung auf. Mich freut es generell bei jedem Konzert sehr, wenn der Support, der Special-Guest oder wie auch immer die Bands vor dem Headliner am betreffenden Abend bezeichnet werden, Beachtung finden und die Mehrheit der Konzertbesucher nicht desinteressiert in Warteschleife und nur auf den Hauptact lauernd rumstehen.



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Mit  Never Mind, Hot To Rock  und  Don’t Touch The Light  als Package sowie  Fantasy  folgten dann gleich vier „meiner“ Songs und mein altes Rocker-Herzchen geriet ordentlich in Schwingung. Der Sound kam prima und zu sehen gab es auch einiges. Die Herren brauchen keine großartige Light-Show und/oder Pyro, sie selbst reichen samt ihren musikalischen Qualitäten vollkommen aus. Ihre Live-Performance war sehr dynamisch und zudem konnte man deutlich sehen, mit wie viel Begeisterung sie bei der Sache waren. Es wurden Späßchen gemacht, mal Rücken an Rücken gerockt, mal gab es etwas Romantik und die „Singt-mit-uns-Spielchen“ mit dem Publikum fehlten natürlich auch nicht. Ihre kleinen Showeinlagen lenkten nicht von der Musik ab sondern verstärkten nur den Genuss.


Drummer Harry Reischmann schlug mehr als energisch auf sein Arbeitsgerät ein und ließ seine lange Mähne im Rhythmus fliegen. Er zeigte auch sein Können als Jongleur, warf oftmals einen seiner Drumsticks in die Luft und fing ihn wieder auf. Einen gewissen sportlichen Einsatz lieferten seine Band-Kollegen allerdings auch ab. Bei  Hot To Rock   schwang Bassist Uwe Köhler sein Arbeitsgerät munter durch die Gegend, ließ ihn hoch und höher schaukeln. Gitarrist Chris Limburg gab den Kreisläufer und war viel auf der Bühne unterwegs. Hans Ziller wurde kein Staffelstab in die Hand gedrückt sondern immer wieder andere Gitarren. Sänger Claus Lessmann stemmte den Mikrophonständer, sein Side Kick in die Luft war nicht von schlechten Eltern und sein Bewegungsdrang taugt fast zum Halbmarathon ;-)



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Die Goldmedaille hätte er von mir gleich zweifach bekommen. Einmal für seine gesangliche Leistung, denn auf der Bühne bringt er die Songs mit seiner etwas kratzigen Stimme so was von intensiv rüber. Das ging unter die Haut, gefiel mir besser als auf CD. In der Hinsicht kann man generell auch mal Überraschungen der anderen Art erleben – im Tonstudio klasse zurecht gezimmert, aber „in echt“ nicht umsetzbar, weil die handwerklichen Fähigkeiten ohne intensive technische Hilfestellung einfach nicht ausreichen. Es geht doch nichts über die alte Schule und Bands, die mit exzellentem Live-Einsatz brillieren können. Wo ich gerade beim Thema Trällern war, möchte ich an der Stelle noch ein Lob für den klasse Harmoniegesang los werden – das war spitze!!!


Das zweite Edelmetall bekäme der Herr Lessmann für seine Entertainer-Qualitäten. Zwischen den Songs plauderte er munter drauf los, in deutscher Sprache, über Dies und Jenes. Natürlich darf sich ein guter Musiker einen kleinen witzigen Seitenhieb auf's aktuelle Treiben um die  Kastelruther Spatzen  und die frühere Mogelpackung namens  Milli Vanilli  erlauben. Fly Robin Fly  anzusingen war amüsant, auch wenn das von  Silver Convention  war, aber basd scho – zumindest der Produzent war bei MV und SC der selbige. Glücklicherweise gab keine gesungene Spatzen-Kostprobe... ;-)



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Claus outete alle  Bonfire-Mitglieder als große  Gotthard-Fans und er ließ uns daran teilhaben wie ihre Setlist zusammengestellt wurde. Version A schrieben die Musiker im Bus. Als es vor Ort ans Ausdrucken ging, hatte zuerst der  Gotthard-Tourmanager Einwände, dann fragte ein Techniker nach, wo denn Titel XY wäre und so ging´s weiter. Am Ende kam dann eine komplett umgekrempelte Version B aus dem Drucker gehoppelt. Wenn ihr euch die Liste der gespielten Songs anschaut seht ihr, dass sehr viele ältere Titel kredenzt wurden. Nur warum hat verdammischt nochmal bei der Umgestaltungsarie keiner für  Sleeping All Alone  plädiert???? Der fehlte mir gewaltig!!! Von den aktuelleren Werken bekamen wir nur  Just Follow The Rainbow  vom 2011er Album  Branded  zu Gehör. Ansonsten durfte ich musikalisch in Erinnerungen schwelgen und das habe ich voll und ganz genossen. Zudem wunderte ich mich mal wieder kurzfristig, wie gut doch das Unterbewusstsein in Sachen Texte abspeichern funktioniert... alle noch abrufbereit vorhanden :-) Mit  American Nights  beendeten sie nach knapp 55 Minuten ihr Set – schee war´s!!!


Meine Song-Highlights:  Never Mind, weil der live ganz speziell kracht / Ready For Reaction  und  Champion  im Doppelpack, da volle Power und brodelnde Stimmung angesagt waren. Die Krönung war jedoch  You Make Me Feel. Die Akustikgitarren wurden ausgepackt, die von Hans Ziller war auf einem Gestell befestigt und er wechselte zwischen beiden Gitarren hin-und her. Ich mag die Atmosphäre, die Energie und den romantischen Touch dieses langsameren Titels sehr – Gänsehaut pur!



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Enttäuscht war ich von  Sweet Obsession. Ich habe nichts dagegen, wenn ältere Nummern in einem etwas anderen Gewand gespielt werden, aber diese Version war nicht mein Ding. Das war zu „lieblich“ und mir fehlte der Schmackes, vor allem im Refrain. Nicht so ganz verstanden hab ich, warum  Sword And Stone  in der Setlist auftauchte. Ok, wurde von  KISS-Leuten geschrieben (Stanley/Kulick/Child) und war im Soundtrack zu Wes Cravens Horror-Film “Shocker” zu hören, aber ganz ehrlich: da gibt es doch viele  Bonfire-Songs, die ich als stärker einschätze. Und nochmals: auf  Sleeping All Alone  hätte ich auf jeden Fall getippt und ich vermisste den Titel wirklich sehr. Meine Kritikpunkte sind allerdings reine Geschmackssache und jeder sieht das anders. Hat meiner Begeisterung auch keinen großen Dämpfer verpasst, aber nen kleinen schon...


Mein Fazit: Claus Lessmann ist ein Frontmann wie zumindest ich ihn mir wünsche. Stimmlich top und ein guter Animateur mit Charme, der die Zuhörer in seinen Bann ziehen kann. Beeindruckt haben mich auch insbesondere Hans Ziller und Chris Limburg. Ich stehe halt auf gute Gitarrenarbeit und die beiden live hören zu können und ihnen auf die Fingerchen zu gucken – das hatte was. Das Rhythmus-Duo legte sich voll ins Zeug – alle zusammen lieferten eine Show ab, die mir verdammt gut gefallen hat! Jederzeit gerne wieder, aber dann zur Abwechslung eine Headliner-Show mit längerer Spielzeit.


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Die Umbauarbeiten begannen und der Hauptact aus der Schweiz stand in den Startlöchern>

Gotthard
(coming soon)

 

Unser Konzert-Special/Our Concert-Special

 

 

Report by Marion Ney
Live-Fotos: ©2012 by Ilona Füller und Marion Ney

 

 

 

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