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Doro & Bas Maas

Doro

Interview in Tilburg

30.10.2010
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Bas Maas @ MySpace

Doro Homepage
Doro @ MySpace

Unser Konzert-Special

 

 

Hallo Doro und Bas von der Band Doro. Wir wollen euch mitnehmen in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Momentan läuft eine Promotiontour für die kommende DVD  25 Years In Rock. Wie war es für euch, die DVD zu sehen?

Doro: Es war toll, weil dieser Tag ein großer Tag für uns war und wir auf so viele Dinge achten mussten. All die Gäste, es war großartig. Es war auch ein harter Arbeitstag, alles sollte glatt laufen und es war die längste Show. Als wir an der DVD gearbeitet haben, konnte ich es genießen, total entspannt und es von der Fanseite sehen. Es war eine wahre Freude daran zu arbeiten. Was wir nicht wussten: es gab so viele nette Aussagen von befreundeten Musikern, wie zum Beispiel den Scorpions und Bobby Blitz. Jeder hatte so nette Sachen zu sagen, manchmal auch wirklich lustige, manchmal spirituelle, tolle nette Dinge. Es war definitiv toll daran zu arbeiten, es zu sehen und den ganzen Tag noch mal zu erleben. Die Arbeit für dieses Konzert benötigte ein ganzes Jahr und ich war an diesem Tag wirklich froh, dass alles gut ging und dann - nach dem Konzert - ließ der Druck nach, aber ich war total fertig. Es war die größte Show, die wir je gemacht haben und bei der wir von den Fans ungemein unterstützt wurden. Das ist es, was ich tatsächlich fühle. Mein Herz schlägt für all die Promoter oder all die Leute, die an solchen Festivals arbeiten.




Auf der DVD ist auch die 2.500te Show - die ich auch gesehen habe, ich habe sie beide gesehen. Dann fand ich heraus, dass Bas zu Doro kommt. Wann und warum hast du dich entschlossen, Bas zu fragen bei Doro einzusteigen?

Doro: Wir haben einmal zusammen getourt, ich glaube es war vor zwei Jahren in England, die Saxon Tour. Eines Tages hatte ich einen Auftritt im TV, der für meine Freundin Regina Halmich gedacht war, die gegen einen Kerl boxen sollte. Wir mussten innerhalb von drei Tagen eine Band zusammenstellen. Und ich dachte mir, Bas, er war immer ein toller Freund von uns. Ich habe ihn vor vielen Jahren einmal auf einer Promotiontour getroffen. Dann habe ich ihn angerufen. Allerdings hatte ich Sander am Telefon und dachte, Bas wäre Sander, weil ich mich nicht mehr an die Namen erinnern konnte. Und dann sagte Sander:  Oh, ich glaube du meinst Bas. Ich sagte:  Wirklich?  Er sagte:  Ja, Bas ist derjenige, der auf der Bühne rumtobt - ich bin eher der Ruhige. Also kam Bas und spielte diesen Gig. Monate später spielten wir die Saxon Tour in England, was wirklich großartig war. Vor 1,5 Jahren sagten wir dann:  machen wir's!




Bas, wie war es für dich, plötzlich Doro am Telefon zu haben?


Bas: Das war natürlich toll! Es war nicht das erste Mal, aber es ist natürlich großartig die Frage zu hören, ob du in die Band möchtest. Es war etwas, was man nicht erwartet.




Du dachtest nicht: Da will mich jemand verschaukeln?

Bas: Ja, beinahe. Aber ich denke es war Doro und ich denke es war kein Witz. Natürlich ist es eine grosse Ehre, denn ich denke Doro ist eine Legende in der Metal Szene (Doro wird etwas verlegen). Sie ist jetzt etwas verlegen, aber sie ist die Königin des Metal. Und ich habe sie Jahr um Jahr beobachtet. Ich kannte sie bereits als eine nette und freundliche Person. Es war toll, diese Frage zu hören und ich musste gar nicht lange nachdenken und natürlich wollte ich es.




Deine frühere Band After Forever hat sich aufgelöst...

Bas: After Forever hatte sich schon ein oder anderthalb Jahre vorher aufgelöst. Also saß ich zuhause, versuchte einen Auftritt zu kriegen, an meinem eigenen Zeug zu arbeiten und wartete auf eine gute Gelegenheit. Alles in Allem war es irgendwie magisch. Ich weiss nicht... irgendwie passte alles zusammen wie die Teile eines Puzzles. Alles funktionierte und vielleicht sollte es auch so sein.




Später auf der Tour werdet ihr mit Motörhead spielen. Bist du sehr aufgeregt, wieder mit Lemmy zu spielen?

Doro: Sehr, sehr aufgeregt. Ich kenne Lemmy seit 1983. Wir haben ein paar Festivals zusammen gespielt - das legendäre Monsters Of Rock Festival 1986 in Donington und seitdem kreuzten sich unsere Wege regelmäßig nach ein paar Jahren. Dann arbeiteten wir zusammen an dem Album  Calling The Wild. Es war ein Traum, die Arbeit mit Lemmy war wirklich, wirklich toll. Er hat den schrägsten englischen Humor, den du dir vorstellen kannst. Ein wirklich großartiger Kerl und natürlich einer unserer größten Helden.




Jetzt möchte ich mit dir ein bisschen in die Zukunft gehen. Gibt es bereits Pläne für ein neues Album? Und ich möchte Bas fragen: was ist deine Rolle auf dem Album, bist du auch am Schreiben beteiligt?

Doro: Wir kommen gerade aus Russland zurück und letzte Woche aus Japan. Wir waren also wirklich beschäftigt mit touren dieses Jahr und durften neue Länder wie Japan entdecken. Das war schon lange fällig und es war mein erstes Mal dort. Heute haben wir erfahren, dass wir eine Tour durch Südamerika im April nächstes Jahr machen werden - und noch einige Festivals. Große Festivals wie das Hellfest, das ist bestätigt. Da sind auch noch andere Festivals wie das Rock Cruise im April, diese schwedische Boottour. Nächstes Jahr werden wir auch an einem neuen Album arbeiten, das hoffentlich Ende 2011 fertig sein wird, vielleicht auch Anfang 2012. Natürlich wird Bas involviert sein. Wir starten, sobald die Motörhead Tour vorbei ist. Der 30. Januar ist der letzte Tag und dann konzentrieren wir uns auf etwas Neues, neue Songs, neue Ideen.




Wisst ihr schon, wo ihr das neue Album aufnehmen werdet? In Deutschland und Amerika?

Doro: Beides wäre schön, ich mag es nicht, die ganze Zeit an einem Platz zu sein. Bestimmt wie immer in verschiedenen Studios, um jeweils das Beste einzufangen. Aber wir wissen nicht genau, wo und wie.




Bas, was spielst du bei Doro? Leadgitarre, Sologitarre, oder sagst du dir:  beides, wenn's drauf ankommt  -  wenn ein Solo passender ist, wirst du es spielen?

Bas: Ich mache es so, wie ich mich fühle oder wie ich es machen will. Der einzige Unterschied zwischen Luca und mir ist die Tatsache, dass er auch die Keyboards spielt. Ich fand es immer toll, mit einem anderen Gitarristen zusammen zu spielen. Bei After Forever war es immer irgendwie magisch, mit Sander zu spielen. Und ich habe ein ähnliches Gefühl bei Luca. Wir arbeiteten von Anfang an gut zusammen, spüren die selben Vibes wenn wir spielen und es hat prima funktioniert, es passt. Ich denke, als Personen kennen wir uns sehr, sehr gut.

Doro: Es fühlt sich für mich immer so gut an, diese zwei Jungs zu sehen...




Du alberst mit Doro und den Jungs herum, die Chemie bei Doro passt also. Ihr habt Spaß, du bist akzeptiert...

Bas: Es ist eine großartige Band. Ich muss sagen, anfangs war ich etwas besorgt, vielleicht auch ängstlich, wie die Jungs reagieren würden. Speziell Nick und Johnny spielen schon seit etwa 20 Jahren mit Doro, Joe für etwa 16 Jahre. Diese Jungs mussten so große Freunde sein und vielleicht würden sie mich auch ein bisschen hassen. Tatsächlich aber haben sie mich von Anfang an sehr freundlich empfangen und sorgten dafür, dass ich mich sicher und bequem fühlte, das war super. Am Anfang braucht es, bis man zusammenwächst, aber jetzt denke ich, sind wir ziemlich eng und eine nette Truppe.




Man kann sehen, dass du es wirklich genießt...

Bas: Für mich, und ich denke für alle von uns, ist es wirklich toll auf der Bühne zu stehen. Und ich denke das Gefühl, das wir hinter der Bühne haben, nehmen wir mit auf die Bühne. Wenn du tourst, sind es nicht nur die Gigs. Wir verbringen Stunde um Stunde in Bussen, Hotels, Zügen, Flugzeugen, Proberäumen und natürlich machst du nicht nur Musik. Du unterhältst dich, machst Spaß, Witze und du nimmst das mit auf die Bühne. Wenn also Doro singt und wir kurz Zeit haben, machen wir Witze - Dinge, über die wir reden und den ganzen Tag herumalbern, oder was auch immer...

Doro: Meine einzige Mission und Vision ist es, die Fans glücklich zu machen. Ich weiß, dass Bas eine Menge Energie hat und das liebe ich an ihm, genau wie die Fans. Ich denke, genau das ist es, warum es so gut funktioniert. Er ist immer so positiv und hat gute Laune, egal wie hart es wird. Er kann immer eine Killershow abliefern, das mag ich so an Bas. Toll, es funktioniert prima, wirklich super.




Dann habe ich eine persönliche Frage an dich, Doro. Wenn ihr eine Show spielt, dann geht das über zwei bis drei Stunden. Wie hältst du dich in Form, treibst du Sport?

Doro: Tatsächlich mache ich all diese Shows und bin ständig auf Tour, das hält dich in Form. Manchmal, wenn ich für längere Zeit im Studio bin und mich auf eine Tour vorbereiten muss, gehe ich zum Sport, gehe joggen und ähnliches. Aber normalerweise ist es schon ein super Sportprogramm wenn du auf der Bühne stehst, headbangst, herumspringst, dafür sorgst, dass die Leute sich gut fühlen, du alles gibst und jeder Muskel gefragt ist. Nach der Tour sieht man dann aus wie ein kleiner Bodybuilder. Ich liebe einfach, was ich mache und die Fans zu sehen.




Die Fans sind deine Familie...

Doro: Ich muss sagen, ich schätze es jetzt mehr als in den 80ern. Als wir angefangen haben, hatten wir einfach Spaß, es war toll. Aber jedes Jahr, jeden Tag liebte ich die Fans mehr und sie bedeuteten mir mehr. Ab da wollte ich immer das Beste geben, zu jeder Zeit. Manchmal ist es schwer, wenn du so viel auf Tour bist. Im Winter fängst du dir eine Erkältung ein, aber die Jungs sind immer da. Gestern haben wir eine zweistündige Show gespielt, über zwei Stunden, und null Schlaf. Es ist wirklich Hardcore in Russland mit dem Zug oder dem Flugzeug zu reisen. Davor war es Japan und du brauchst immer eine gute Einstellung dazu, dann funktioniert es.




Auch wenn euer Zeug am Flughafen verloren geht?

Bas: Auch wenn ein Teil deiner Gitarre kaputt geht... Wenn du keine Energie mehr hast und du denkst: Ach, Mist, wie soll ich das machen, woher kriege ich die Energie um das zu tun?, dann gehst du auf die Bühne und die Fans sind da und haben Spaß. Sie geben dir so viel Energie. Es ist unmöglich, das zu wissen und es nicht aufzusaugen wie ein Schwamm. Die Energie nutzen, eine coole Show abziehen und du weisst, dass sie es mögen. Sie schicken mehr Energie, du bekommst mehr Energie und du schickst wiederum mehr Energie in die Menge zurück - es ist eine Art Kreislauf.

Doro: Ich liebe es wirklich, wenn es richtig hart wird, wenn alle Grenzen fallen. Etwa so wie gestern - wir dachten: Wow, wir spielen in diesem tollen neuen Club. Es war ein neuer Club in St. Petersburg, jeder war froh für uns. Der Club war noch nicht fertig, da gab es wirklich nichts, keinen Vorhang, keine Elektrizität, nichts. Wir kamen da hin und jeder sagte: Der ist im Aufbau, wir können nicht spielen!  und dann dachten wir, dass wir es versuchen sollten, denn die Leute kamen sogar aus Kasachstan, tausende von Kilometern entfernt. Am Ende war es eine der besten Shows, wir spielten über zwei Stunden lang und irgendwie funktionierte es. Diese etwas extra harten Gigs bevorzuge ich, es macht uns stärker. Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.




Wir arbeiten beide mit Holländern, magst du die holländische Mentalität?

Doro: Wirklich sehr, ich mochte sie immer. Belgien und die Niederlande waren die ersten Metal Märkte für uns. Deutschland - der ist jetzt natürlich groß, aber am Anfang, in den 80ern, waren die Niederlande und Belgien weit vorne. Wir haben hier im Dynamo Club sehr, sehr oft gespielt. Ich habe die besten Shows in den Niederlanden gesehen. Wir hatten viele Leute, die uns unterstützt haben. Wir hatten unseren ersten Fanclub in den Niederlanden, in Haarlem. Wegen diesen Jungs haben wir unseren ersten Plattenvertrag mit Mausoleum bekommen. Es hat hier angefangen, ich fühle mich sehr verbunden. Und natürlich: ich bin aus Düsseldorf, also reisen wir immer in die Niederlande.




Die Holländer sind so tolle Leute... (alle lachen)

Doro: Wirklich toll und ein bisschen entspannter als die Deutschen, nicht so ernst, herzlicher und offener, positiver und freier. Die Deutschen sind ein bisschen steif...




Nicht unbedingt... (alle lachen wieder)

Doro: Nein, nicht unbedingt. Ich versuche mir das Beste aus jeder Mentalität heraus zu picken und ich finde das wirklich gut. Aber es spielt keine Rolle, woher jemand kommt - das Herz ist wichtig.




Übersetzung von Susanne Blum

 

 

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