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Konzertbericht

Edguy

Support: Kottak

Garage - Saarbrücken

18.10.11
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Garage - Saarbrücken

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Unser Konzert-Special/Our Concert-Special

 

 

Ich steh schon so lange auf die Musik von  Edguy, aber bisher hatte es nie mit einem Konzertbesuch geklappt. Immer kam mir was dazwischen. 2011 war für mich kein gutes Jahr, doch zumindest meine Live-Premiere mit Tobias Sammet und Kollegen bekam ich an diesem 18.10. gebacken. Was ein Glück für mich, dass die  Age Of The Joker  Tour die Garage in Saarbrücken wieder mit im Plan hatte.


Nach  Kottaks  prima Anheize startete der Umbau und jetzt wurde die komplette Fläche der Bühne in Beschlag genommen. Beim Soundcheck der Backliner merkte man schon, dass nun ein anderes Kaliber an Lautstärke auf uns zurollte. Das Schlagzeug stand etwas erhöht im hinteren Teil, auf den Boxen hatte es spezielle Scheinwerfer, die Mikrophone waren an ihren Plätzen, alles war ready, die Bühne für den Headliner des Abends angerichtet – doch es tat sich nichts. Und dieses Nichts zog sich etwas hin...


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Die Garage war inzwischen richtig gut gefüllt. Geduldig wurde gewartet und um 20.25 Uhr hatte das Warten ein Ende. Das Licht ging endlich aus und das Tape mit dem Zirkus-Intro an. Die Leute klatschten brav im Takt mit. Das Intro brach ab – Ladies And Gentlemen Welcome To The Freakshow - die Musiker enterten die Bühne und mit  Nobody´s Hero  vom neuen Album hauten sie gleich tierisch rein. Jede Menge Nebel wabberte, die Scheinwerfer tauchten ihn in verschiedene Farben. Das Publikum bereitete  Edguy  einen stürmischen Empfang und die Stimmung war fantastisch – vor der Bühne und auf der Bühne. Die Jungs waren sehr gut drauf, lachten, machten kleine Scherzchen miteinander und mit den Fans. Und über Tobias´ Ansagen und sein Animationsprogramm hab ich mich köstlich amüsiert. Dazu später mehr...


Alle drei Saiteninstrumente waren Hingucker. Tolle Formen gab es zu sehen und das Wichtigste: die Herren, die sie spielten, hatten das so was von drauf. Bassist Tobias Exxel und seine Kollegen Jens Ludwig und Dirk Sauer an den Gitarren begeisterten mich mit ihrem Einsatz. So manches Solo sowie die zweistimmigen Gitarrenparts entlockten mir tiefe Seufzer :-) Was sie ablieferten, war spitzenmäßig und beeindruckend. Ich hätte ihnen stundenlang zuhören und auf die Finger gucken können. Auch ihre kleinen Showeinlagen kamen prima, zum Beispiel wenn sie sich zu dritt nebeneinander platzierten und mit ihren Instrumente im Rhythmus wippten, Tobias und Dirk Rücken an Rücken spielten oder wenn sie mit ihren Arbeitsgeräten kurze Stemmübungen machten. Bei  Pandora´s  Box  kam ein speziell zusammengebautes Instrument zum Einsatz – eine Gitarre waagerecht auf einem Ständer befestigt. So konnte Jens zwischen dieser und seinem umgehängten Instrument flott hin und her wechseln. Roadie Jürgen, der die Konstruktion auf die Bühne beförderte, wurde mit einer Ansage vorgestellt und bekam einen fetten Applaus.



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Drummer Felix Bohnke zeigte seine Qualitäten an der Schießbude nicht nur in den Songs sondern auch in einem Solo der besonderen Art. Es hatte nämlich eine rekordverdächtige Länge. Ein Part davon regte mein Hirn zum kurzen intensiven Grübeln an. Eine Melodie wurde eingespielt und Felix drummte dazu. Kannte ich aus einer Serie, lange her – Miami Vice? Magnum? Neee, das A-Team war´s!!! Das Publikum feuerte Felix an, das Schlagzeug wurde während dem Solo toll angestrahlt, die Scheinwerfer auf den Boxen zuckten rhythmisch mit und wippten auch mal ne Runde. Jetzt ernte ich wahrscheinlich teilweise wieder Kopfschütteln, aber ich stehe dazu: ich mag lange Solo-Einlagen der Instrumente. Mir gefiel diese Präsentation sehr. Und wo ich gerade beim Thema Licht und Scheinwerfer war> ein dicker Sonderpunkt für eine gelungene Lightshow. Besonders geil sah es aus, wenn die Bühne in pink, grün oder blau eingetaucht wurde. Nur das mit dem Bühnennebel war für mein Empfinden etwas zuviel des Guten...


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Der Oberkracher für mich: die Stimme von Tobias Sammet. Auf CD schon ein Gänsehautbringer, aber live noch einen Tacken besser und vor allem intensiver. Was er mit seinen Stimmbänder produziert – wooow!!! Auch seine Luftgitarreneinsätze mit dem Mikro-Ständer als Ersatzinstrument hatten was. Seine Präsenz auf der Bühne ist gewaltig, der Kerl hat Charisma und die Menge sofort voll im Griff. Tobias dirigierte und alle machten mit. Egal ob er Arme hoch, einen Ooohoooh-Chor oder einen Gesangswettbewerb Publikum links gegen Mitte gegen rechts anfragte – es wurde von den Leuten sofort umgesetzt und alle hatten ihren Spaß dabei. Okay, vielleicht lag es auch an seiner Erzählung, dass beim Gig in Madrid zu lasch mitgearbeitet wurde und daher 45 Minuten an der Fan-Performance gefeilt werden musste ;-) Die ganzen Besucher in der Garage gingen mit ab und waren im  Edguy-Rausch. Die Nachfrage, ob Saarbrücken noch wach ist, war unnötig – sie waren es und zwar so was von!!! Einen Sekundenschlaf hatte eher der Herr Sänger als es beim Anzählen nen kleinen Hänger gab, der dann in „1-2... Scheiße“ endete. Dafür klappte der zweite Versuch fehlerfrei!!!


Und ja, ich sag´s immer wieder gerne: ich mag Musiker, die gewisse Entertainer-Gene haben und mich zum Lachen bringen können. Tobias ist die reinste Labertasche und für mich ist das eine positive Eigenschaft, so lange die Plaudereien nicht einstudiert bzw. runtergeleiert auf mich wirken. Und es darf kein rein verkaufsförderndes und nicht wirklich ernst gemeintes „Brother and Sister“ Gelaber sein oder überhebliches Gequatsche. Auf beides reagiere ich allergisch. Ich fühlte mich von Tobias 1A unterhalten. Ein paar seiner Animationen und Plaudereien sind im Bericht mit eingebaut. Hier noch einer speziell für uns Saarländer: Tobias sagte, dass sie zum zweiten Mal in Saarbrücken spielen, worauf einer seiner Mitstreiter Losheim erwähnte. Aus dem Publikum kam ein „Dummschwätza“ (Heinz Becker ließ grüßen). Tobias zu seinem Kollegen: Losheim gehört nicht zu Saarbrücken und er meint dich und nicht mich.


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Wie Tobias es allerdings die ganze Zeit über mit Mantel und Schal aushielt, blieb mir ein Rätsel. Es war so dermaßen warm, dazu der Nebel – als Ilona ihre Arbeit im Fotograben erledigt hatte, verzogen wir uns weiter nach hinten und standen letztendlich neben dem Merchandise-Stand. Prima Sicht, hören konnte man überall gut, aber dieser Platzwechsel brachte uns dann noch eine besondere „Beobachtung“. Dass sich Menschen im Publikum hin und her bewegen, ist normal. Nur war es doch ein Hingucker, wenn jemand ein weißes Handtuch über´m Kopf trägt, das bei den Lichtverhältnissen extrem strahlte. So geleitete ein Security Tobias gaaaanz unauffällig zu einem seltsamen Gebilde, das im hinteren Teil der Garage stand. Tobias stieg ein, das Ding wurde eingenebelt, bunt angestrahlt, langsam hochgefahren, unten hatte es eine Art gedrehte breite Girlanden hängen. Herr Sammet sang den Titel  Superheroes  in ein Megaphon. Es krachte und ein bunter Glimmerregen umgab das Teil. Sah genial aus und war ein für uns unerwarteter Special-Effekt der ganz besonderen Art. Das Gestell fuhr langsam wieder nach unten, Tobias stieg aus, Handtuch über´n Kopp und er wurde nach draußen geleitet, um ein paar Minuten später wieder auf der Bühne zu erscheinen.



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Die Set-List beinhaltete sechs Titel des aktuellen Albums und drumherum gab´s - für mein Empfinden - ein bisserle ein Best of der Band. Ein Mix, der mir sehr gut gefiel. Was fehlte mir? Eigentlich nur, dass Comedian Bernhard Hoecker bei  Robin Hood  in Strumpfhosen oder dem Prinzessinnen-Kleid auf die Bühne gesaust kam. Das wäre der Brüller schlechthin gewesen. Der Gig endete mit einem umjubelten  King Of Fool  und um 22.10 Uhr war Schluss. Ich hätte gerne noch ein paar Songs mehr gehört, bekomme ja nie den Hals voll. Natürlich war weder zu überhören noch zu übersehen, dass das Publikum unterschiedlich auf die verschiedenen Titel reagierte. Bei vielen kochte die Stimmung extrem hoch und die Texte wurden komplett mitgesungen während bei anderen Nummern die Reaktionen etwas... verhaltener ausfielen. Was aber als „normal“ einzustufen ist und nicht am Gesamtbild eines geilen Konzertes kratzte.


Ihre Live-Qualitäten haben mich total weggehauen. Einen kompletten Gig auf DVD oder Clips auf YouTube anzuschauen kann einem einiges über das Können einer Band sagen. Aber live als Teil des Publikum mit dabei zu sein, alles in Echtzeit zu hören und zu sehen, die Musik und die Stimmung in der Location zu fühlen - das ist was vollkommen anderes. Ich habe jede Sekunde genießen können, vom ersten bis zum letzten Ton war es einfach nur Hammer!!! Daher gibt es hier auch keine Auflistung meiner persönlichen Highlights, ganz einfach deshalb, weil dieser Auftritt ein durchgehendes Highlight war.



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Ilona und ich hatten einen wirklich tollen Abend und selbst der strömende Regen, der draußen auf uns wartete, konnte unsere Laune nicht trüben. Ich erwischte meinen Zug und landete leicht k.o., aber happy zu Hause. Nun hoffe ich auf zwei Dinge: einen DVD-Mitschnitt der  Age Of The Joker  Tour zum Immer-Wieder-Genießen und auf die Möglichkeit, bei weiteren  Edguy  Auftritten dabei sein zu können.

 

Edguy roooocks!!!
 

 

Report by Marion Ney
Fotos ©2011 by Ilona Füller und Marion Ney

 

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