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HIM

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Eine weitere Band aus Finnland, die gute Musik machte und live verdammt gut war. Ja, ich schreibe das in der Vergangenheitsform. Warum? Weil ich diese Band aus meinen persönlichen Top 10 rausgeschmissen habe. Ihr werdet euch eventuell fragen, warum ich ihnen trotzdem einen Bericht widme. Das hat drei Gründe:


- weil ich sie immer für ihre ersten beiden Alben lieben werde
- weil ich eine Menge verdammt guter Konzerte von ihnen gesehen hab
- weil ich durch sie viele nette Menschen kennengelernt habe


Da leider viele Fans dazu neigen, Kritik an ihren Stars völlig außen vor zu lassen, sollte vielleicht nicht jeder hier weiterlesen.


Also fangen wir mal vorne an. Es war einmal, vor langer Zeit...

... ich saß vorm TV, es wurde der Videoclip einer neuen Band namens HIM aus Finnland vorgestellt. Zu dieser Zeit war ich bereits durch und durch Stratovarius-Fan und horchte bei einer neuen finnischen Band auf. Wicked Game  hieß der Titel - aha - die haben diesen Song also gecovert und das Wie gefiel mir verdammt gut. Da sie zu der Zeit nur in heimatlichen Gefilden veröffentlichten war es etwas schwer, an Maxi und CD ranzukommen, aber geht nicht gibt`s nicht wirklich :-)


Die Alben  Greatest Lovesongs Vol.666  und  Razorblade Romance  waren absolute Knaller, liefen in Dauerrotation in meinem Player. Die Musik, die Texte, Villes Stimme - mmmh ja – genial! Und in vielen Konzerten konnten sie mich davon überzeugen, das sie´s live auch drauf haben. Das machte Spaß, die Jungs waren gut an ihren Instrumenten, Ville „spielte“ mit seiner Stimme, wechselte zwischen den Tonlagen hin-und her und das Publikum ging total mit ab. Gigs waren mitreißend, es rockte, es gab romantische und melancholische Songs, immer volle Power und voller Einsatz.


Dann knallte Join Me plötzlich in die deutschen Charts, die CD  Razorblade Romance  war kurz danach auf Platz 1 zu finden. Ich stutzte, denn meine bevorzugte Musik ist eher selten und erst recht nicht auf Dauer an der Spitze der Charts zu finden. Der Erfolg überrollte die Band regelrecht und ein HIM - oder soll ich besser sagen - Ville-Boom setzte ein. Plötzlich waren sie im TV Dauergäste und selbst Zeitschriften wie die BRAVO sprangen drauf an. Leider ging's bei vielen Fans weniger um die Musik als um Villes Augen und sein Aussehen. Und das blieb auch so, wurde in dieser Richtung sogar noch gepusht. Der Erfolg kam überraschend, ich hätte es ihnen gegönnt, nur was wurde daraus? Plötzlich gab´s viele very evil Gotik-Kinners, Gekreische im Konzert (ich wundere mich immer noch, mit wievielen I-s man Viiiiiiiiille schreien kann), Teddys und Herzen wurden auf die Bühne geworfen... wie bei einer Boygroup. Viele Rockmusik-Fans begannen wohl, sich irritiert zurückzuziehen. Diese Art des Erfolgs hat meiner Meinung nach der Band böse geschadet.


Die Nachfolge-CD  Deep Shadows And Brilliant Highlights  war für mich ein verdammt deeper shadow, zu lasch, zu soft, zu kommerziell. Dieses Album war richtig auf die Charts zugeschnitten und das konnte nicht gut gehen... Die Scheibe samt den ausgekoppelten Singles wiederholten den Erfolg des Vorgängers nicht. Es folgte eine Tour mit unendlich vielen Konzerten kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Selbst krank standen Ville & Co. auf der Bühne... Ich hab mir tapfer auch 2001 einige Konzerte angesehen und ich war erschrocken. Das war nicht mehr die Band, die ich kannte. Sie spielten die Songs der  Deep Shadows... CD live zwar mit viel mehr Schmackes, aber wo waren die Spielfreude, die Lockerheit, die kleinen Scherzchen untereinander abgeblieben?


Die Magie, die vorher von da oben aufs Publikum überschwappte, war futsch. Damit meine ich die Magie der Musik und nicht einen Blick aus Villes Augen oder einen Hüftschwinger. Villes Stimme hatte auch arg verloren. Er wirkte wie eine schlecht geführte Marionette, teilweise irgendwie abwesend. Alle schienen nur noch ihr Ding durchzuziehen, ohne großen Spaß, man muss ja halt... Sie taten mir richtig leid. Die Band nahm dann eine Auszeit und ich hoffte so sehr, dass es ihnen was bringt. Die nächste CD wurde mit „wird wieder härter“ und „back to the roots“ angekündigt. Und dann kam  Love Metal  raus... und ich musste feststellen, dass die Herren HIM sich auf dem Weg „back to the roots“ arg verlaufen hatten. Und irgendwie waren auch die Chartplazierungen wieder aussagekräftig> erste Woche Sprung nach oben und danach sofort ein flotter Marsch nach unten.


Vorerst war´s das für mich mit HIM. Jede Band kann sich weiterentwickeln, hab ich kein Problem damit. Aber wenn das nur noch auf Verkaufszahlen oder den amerikanischen Markt ausgerichtet wird, ist es keine ehrliche Musik mehr. Wem´s gefällt, bitteschön, hört es weiter. Ich werde abwarten, in neue Scheiben reinhören, meine Ohren entscheiden lassen und vielleicht heißt es ja irgendwann von meiner Seite wieder Daumen hoch für ein HIM-Werk. Es würde mich freuen! Und wie bereits erwähnt> die ersten beiden Alben werden mir HIM für immer in bester Erinnerung erhalten.


 

Report by Marion Ney

 

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