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Konzertbericht

Journey

Support: Lennon

E-Werk - Köln

19.03.07
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Journey @ MySpace

Setlist Journey

 

 

In The Beginning...

1978 begann meine Leidenschaft für die Musik dieser Band. Wheel In The Sky  war das Lasso, mit dem ich eingefangen wurde. Steve Perrys Stimme, Neal Schons Gitarrenparts, die Lyrics mit so viel Aussagekraft und Gefühl - ein Komplettpaket der musikalischen Sonderklasse. Bands, die mich mit ihrer Musik immer wieder aufs Neue begeistern können, bleibe ich treu. Bei Journey hab ich nun 28 Fanjahre auf dem Buckel, in meiner Sammlung stehen alle Alben und DVDs von ihnen. Von daher kenne ich ihre Live-Qualitäten, aber selbst im Konzert dabei zu sein ist bekanntlich was ganz anderes. Das hatte ich in all den Jahren nie geschafft...


Departure...

Am 19.03.07 war also in Sachen „Journey live on Stage“ für mich Tag X angesagt. Und es stand noch mehr an... der erste persönliche Treff mit Mira und Kimmo vom RockUnited-Mag. Die Beiden kamen extra aus Finnland angeflogen, verbanden den Konzertbesuch mit einem Kurzurlaub in Köln. Um in Ruhe quatschen zu können, hatten wir uns schon zur Mittagszeit verabredet. Also machte ich mich am frühen Vormittag auf die Reise, ab in den Zug Richtung Kölle. Wie jedes Mal ging´s am Hauptbahnhof die Treppe hoch und ich drehte meine obligatorische Runde um den Dom – ein Muss für mich, wenn ich in dieser Stadt ankomme.


Mit klopfendem Herz steuerte ich das Lokal an, indem ich mit meinen Finnen verabredet war. Schüchtern bin ich eh, dazu kam eine weitere Unsicherheit, denn mein Englisch ist vom Status „Perfekt“ meilenweit entfernt. Mira und Kimmo haben es mir sehr einfach gemacht – beide sind superliebe sympathische Menschen. Die Kommunikation funktionierte bestens – Mira spricht ein bisschen Deutsch, alle drei können wir mehr oder weniger viel Englisch, dazwischen ein paar Worte Finnisch. Vielleicht sollten wir uns diesen Sprach-Mix patentieren lassen ;-) Wir redeten über Musik, Finnland und die Welt. Es war ein sehr angenehmer Treff, an dieser Stelle liebe Grüße an Mira und Kimmo! Ihren Konzertbericht in Englisch plus ganz vielen Fotos findet ihr HIER.


Wir wollten uns abends beim Konzert wiedersehen, doch nun war es Zeit, meine Freundin Kirsten abzuholen. Das Wetter war herrlich - recht kühl, aber trocken und auch die Sonne zeigte sich. Das verführte mich dazu, per Pedes zu Kirstens Arbeitsplatz zu spazieren, was sich später rächen sollte... Wir sehen uns nicht so oft, haben immer viel zu erzählen – in Kirstens Wohnung angekommen war zuerst einmal Kaffee und Quatschen angesagt. Irgendwie haben wir dabei die Zeit vergessen, brachen mit etwas Verspätung auf und dann zog sich der Weg zum E-Werk wie Kaugummi. Mann, warum muss das auch mitten in einer Art Industriegebiet liegen. Von der Straßenbahnhaltestelle aus ist es noch ein gutes Stück zu laufen - ist ja nicht so, dass wir die Strecke nicht gekannt hätten. Aber dieses Mal lag das E-Werk gefühlte 10 Kilometer weiter hinten... Endlich angekommen konnten wir sofort rein – der einzige Vorteil, wenn man zu spät kommt: das Anstehen fällt ersatzlos aus. Die Bude war schon gerammelt voll und wir hatten keinen Bock, uns nach vorne durchzuwurschteln. Okay, die Sicht war vielleicht nicht optimal, aber hören kann man auch von etwas weiter hinten rechts bestens. Mir war es ein Rätsel, wie noch alle Leute im Vorraum und die Nachzügler Platz finden sollten... Vom Supportact Lennon bekamen wir kaum noch was mit. Daher kann ich über die Songs und die musikalischen Qualitäten der Sängerin nichts berichten.


Arrival...

Da stand ich nun, war neugierig, gespannt und aufgeregt, nur noch ein paar Minuten warten... Steve Perrys Stimme hat mich immer absolut fasziniert und sein Abschied bei Journey war nach all den Jahren ein Hammer der negativen Art für mich. Mit Steve Augeri kam ein Nachfolger, der mich verwirrt blinzeln ließ. Seine Stimme war der von Perry so was von ähnlich. Damit kam ich klar – Album und DVD konnten mich begeistern, ich blieb der Band treu. Nach Augeris kurzfristigem Ausstieg wegen Problemen mit der Stimme, war nun Jeff Scott Soto der neue Mann am Mikro. Ihn kannte ich von anderen Projekten, seine Stimme lag mir, aber die Klangfarbe war halt eine andere als bei den beiden Steves. Wie würden die Songs nun mit dem neuen Sänger klingen? Die Antwort nahte - es wurde dunkel, es wurde Journey...


Als Intro legte Neal Schon mit einer Special-Version von  Für Elise  los – schöne Geste an die deutschen Fans! Es ging nahtlos über in  Rubicon  und die erste fette Gänsehaut spazierte über meinen Körper. Nach  Stone in Love  und  Ask The Lonely  folgte die erste Überraschung: mit  Wheel in The Sky  hatte ich erst am Ende des Konzertes gerechnet. Bei den ersten Takten musste ich mal kurz tief einatmen, die Gänsehaut war wieder unterwegs, wurde zum Dauergast! Vor Ewigkeiten – ich war flockige 15 – hab ich diesen Song zum ersten Mal gehört, er hat einen ganz besonderen und hohen Rang in den Top 100 meines Lebens. Meine Güte, war das geil! Der Sound passte, angenehme Lautstärke, das Publikum feierte ab, sang mit und die Herren auf der Bühne heizten uns gewaltig ein. Jeff Scott Soto ist ein sehr guter Performer, er sauste hin- und her, da war Action auf der Bühne. Seine Stimme veränderte die Lieder, sie klangen halt anders als ich sie gewohnt war. Er machte sie zu seinen Songs, rockte ab oder sang mit viel Gefühl. Das kam schon sehr gut so und hat mich beeindruckt! Und trotzdem - man möge mir verzeihen, dass ich nach all meinen Fan-Jahren Steve Perry während diesem Konzert arg vermisst habe...


Ein kleiner Lacher am Rande: meine Freundin Kirsten kannte JSS nicht und meinte nach dem zweiten Song: der Sänger erinnert mich irgendwie an Tony Marshall. Ich tippe darauf, dass die Frisur den Ausschlag gab. Die Vorstellung, dass Tony Soto gleich die  Schöne Maid  anstimmt... ich hätte mich wegschmeißen können.


Mit  Keep On Runnin´  folgte eine Vollgas-Nummer und dann wurde es romantisch. Man hat seine persönliche Rangliste und einige Songs wünscht man sich intensiv in die Setlist rein -  Who´s Crying Now  war einer davon. Aber was war das nun? Nicht JSS übernahm den Leadgesang sondern Deen Castronovo. Ich kannte ihn als exzellenten Drummer bei Hardline, bei Journey und er war bei beiden Bands am Harmoniegesang beteiligt. Und nun schaffte es dieser Kerl, dass ich total überrascht kurzfristig die Klappe hielt... was selten vorkommt... Deen hat eine Stimme und eine Art zu singen, die mich wirklich weggehauen hat. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, versuchen kann ich´s ja mal: er zelebrierte jeden Buchstaben einzeln; jedes Wort, jeder Satz kam mit so viel Gefühl. Er traf alle Töne - auch die höheren – problemlos und bekam das Steve-typische Halten des Tons samt Wechsel eins höher-eins tiefer (keine Ahnung, wie man das in Musikersprache nennt) 1A hin. Das Ganze präsentiert mit einer Stimme, die samtweich, ganz leicht rauchig und sehr ausdrucksstark rüberkam. Wow, das war allererste Sahne!!! Und davon möchte frau mehr hören. Dieser Wunsch wurde mir an diesem Abend sofort erfüllt. Denn Deen kam auch bei weiteren Songs zum Einsatz, siehe Setlist – ich hoffe, ich hab mir alle richtig gemerkt. Nach so einer gesanglichen Top-Leistung fragt man sich spontan, was der Mann hinter den Drums zu suchen hat. Diese Frage wurde allerdings etwas später beantwortet, in Form eines Schlagzeug-Solos.


Jonathan zeigte nicht nur sein Können an den Keyboards – er kam auch als Gitarrist zum Einsatz und bewies seine Fähigkeiten als Sänger bei  Mystic Mountain. Mit dem Lied hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet. Es gab einige Überraschungen bei der Songauswahl wie z.B.  Remember Me, das Steve Augeri gewidmet wurde oder auch  Opened The Door  vom  Infinity  Album. Und dann hat´s natürlich die Klopper, die eigentlich nicht fehlen dürfen, auf die man sehnsüchtig wartet. Hört man die ersten Takte, kriegt man das gewisse Grinsen ins Gesicht – so ging´s mir bei  Edge Of The Blade, Chain Reaction, Line Of Fire, Escape  und ganz besonders bei  Lovin´ Touchin´ Squeezin´. Das Ding geht so was von in die Hüften - dieser lässig coole sexy Groove, den Bassist Ross und Drummer Deen vorgeben, bei dem man automatisch im Rhythmus mit muss... Wenn dann das ganze Publikum zum Chor mutiert und lauthals “Nanananana...” mitsingt, der Song lang und länger wird – Weltklasse!!!


Bei den Journey-Balladen fällt die Auswahl extrem schwer. Meine Top 3 kamen komplett zum Einsatz mit  Open Arms, Lights  und meinem absolutem Favorit  Faithfully. Ich war so was von happy, als der Song gegen Ende des Konzertes gespielt wurde und Deen die Vocals übernahm. Das hat mich endgültig aus den Schlappen gehebelt. Und ich gestehe, ich wurde kurzfristig mehr als stinkesauer. Gerade dieses Lied musste ein stark betrunkener Mit-Fan genau neben uns furchtbar laut und verdammt falsch mitgrölen. Der gehörte geknebelt und gefesselt... Asterix und Obelix – wo seid ihr, wenn man euch braucht? ;-) Meine Augen signalisierten wohl „du-schwebst-in-Lebensgefahr“, denn der Typ verzog sich dann schwankend in eine andere Richtung. Gott sei Dank – so konnte ich den Rest meiner Lieblingsballade intensiv genießen und direkt danach durfte ich mich über meinen Fave bei den schnellen Nummern freuen >  Don´t Stop Believin´. Ein brilliantes Power-Finale, vervollständigt durch  Anyway You Want It  und als Zugabe  Seperate Ways. Ein musikalisches Rock-Feuerwerk bildete den Abschluss eines fantastischen Konzerts!


Fast zweieinviertel Stunden hatten sie gespielt, auf sehr hohem Niveau, bei bester Laune und ohne große technische Show-Effekte. Es hatte riesigen Spaß gemacht, zuzuhören und zuzuschauen. Die Herren Journey sind alle erstklassige Musiker, beherrschen ihre jeweiligen Instrumente optimal und harmonieren ideal miteinander. Jeder durfte sein Können zusätzlich zwischen den Songs in einem kleinen Solo unter Beweis stellen. Neal Schon an der Gitarre> der spielt in einer Sonderliga, Seine diversen Soli in den ganzen Songs - einfach nur Hammer! Ich könnte ihm stundenlang zuhören und auf die Finger gucken. Schon immer waren die mehrstimmigen Gesangspassagen bzw. Refrains faszinierend für mich – ich liebe diese Parts und sie kamen live grandios gut rüber. Die Setlist reichte von asbach-uralt bis asbach – neueres Liedgut kam nicht zum Einsatz. War aber nicht wirklich schlimm. Die Band hat so viele genial gute Songs zu bieten... egal, wie die Setlist zusammengestellt ist - man kommt immer voll und ganz auf seine Kosten. Einige der älteren Stücke im Set hatte ich noch nie live gehört, da sie auf keinem Live-Album bzw. DVD mit drauf waren - ein besonderes Leckerli für mich. Die größte Überraschung des Abends waren jedoch Deens Gesangseinlagen und mein persönliches Highlight war seine Version von  Faithfully  – unbeschreiblich, mit höchstem je von mir bei Livemusik gefühltem Gänsehautfaktor!


The Party Is Over...

Trotz der langen Spieldauer war der Gig viel zu schnell vorbei. Ich war froh, als ich mich im Vorraum mal kurz hinsetzen konnte. Mira und Kimmo fanden uns, wir tranken etwas, redeten über unsere Konzert-Eindrücke. Gemeinsam brachen wir auf und der Weg bis zur Straßenbahnhaltestelle wurde für mich zur Qual. Nach all dem Laufen, Stehen und Tanzen rebellierten meine kaputten Knochen nun komplett. Natürlich fuhr uns die Bahn vor der Nase weg, es war eine arsch-kalte Nacht, aber was soll´s – wir haben es überlebt und schlugen irgendwann total hinüber in den Betten ein. Am nächsten Tag hatte meine Stimme jede Menge Aussetzer und ich war sprechtechnisch als Reibeisen unterwegs – Dauersingeinsätze sollte ich mir vielleicht doch besser klemmen... Im Zug döste ich vor mich hin und war froh, als ich mein Zuhause erreichte. Dieses Konzert war aber jede Anstrengung und auch drei Tage Heiserkeit wert. Und in Zeiten vieler Bandreunions in Originalbesetzung hoffe ich einfach mal weiter... vielleicht... irgendwann... wieder Journey mit Perry...

 

Report by Marion Ney

 

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