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Konzertbericht

Red Raven

Special Guest:
Surrender The Crown

Kleiner Klub - Garage Saarbrücken

27.02.2016
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Kleiner Klub - Garage Saarbrücken

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Red Raven @ Facebook

 

Setlist

Fotogalerie

Unser Konzert-Special

 

MusiknoteKonzertbericht Surrender The Crown

 

 

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Nach einer recht kurzen Umbaupause prangte nun das Logo von  Red Raven  im Hintergrund, wobei es von der Reihenfolge der Arbeiten her so wirkte als wäre der Bannerwechsel fast vergessen worden. ;-)


Ihr Konzert stand unter dem Motto „Chapter Two: Sneak Preview“, was heißt: sie arbeiten am Nachfolger für ihr 2014er Debüt-Album  Chapter One: The Principles  und würden an diesem Abend einen ersten Vorgeschmack liefern. Also war Neugier angesagt, denn brandneue Songs als Premiere live on Stage hören zu dürfen, ist für mich immer etwas Besonderes.


Nebel waberte, das Intro setzte ein, die Scheinwerfer zuckten - die roten Raben flogen ein, allerdings mit einem Kuckuck an Bord und der nahm auf dem Schemel hinter den Drums Platz. Ich war mir sicher, dass dieser Mann definitiv nicht zu dem Line-Up gehörte, das ich auf der Homepage und in Facebook gesichtet hatte. Aufgelöst wurde dieses kleine Rätsel dann gegen Ende der Show...




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Ich erlebte meine Live-Premiere mit der 2011 in Bexbach gegründeten Band und kannte ihre Qualitäten bis dato nur von Tonträger und Videoclips her. Der Drummer saß parat, die Gitarristen Patrick Fey und Bernd Basmer sowie Bassist Martin Reichhart nahmen ihre Positionen ein – somit hatten wir wieder meine bevorzugte Bandbesetzung in Sachen Instrumente auf der Bühne versammelt. Sänger Frank Beck gesellte sich zu seinen Kollegen und sie starteten mit ihrem Opener  Planet Fear  durch, gefolgt von  Foolsland,   Silent World Of Mine  und  Far Away From Me.  Wow, was für ein feines Power-Paketchen! Der Sound passte bestens, es rummschte gewaltig, das musikalisch vorgeglühte Publikum ging mit, im Kleinen Klub herrschte eine packende Stimmung.


Um meiner Linie der ehrlichen Berichterstattung treu zu bleiben, muss ich erwähnen, dass scheinbar einige Zuschauer nur wegen  Surrender The Crown  zugegen waren und nach deren Auftritt von dannen schlappten... Es war nicht mehr so proppenvoll wie bei Gig Nr. 1, aber all die, die früher gingen, verpassten definitiv ein wirklich mitreißendes Konzert.


Nachdem die ersten vier Songs schnelle Kracher mit reichlich Schmackes dahinter waren, stand nun mit der langsamen Nummer  I Don't Care  ein bisschen Romantik in der Setlist. Auch das können  Red Raven,  reichen sie aber in kleiner Dosis an, es blieb die einzige Ballade des Abends.  Another Little While  schraubte das Tempo und den Herzschlag umgehend wieder nach oben. Anschließend wurde der Kleine Klub umfunktioniert, in ein „Versuchslabor für die neue Platte“, sprich> es folgten die Weltpremieren von gleich drei Songs des kommenden Chapter Two Albums:  Running Out,   Out Of Memory  und  Unbreakable.  Meine Eindrücke dazu kann ich in drei Worten zusammenfassen, die da wären: Holla die Waldfee! Sie bleiben sich selbst treu, haben sich aber weiter entwickelt, sind noch besser geworden. Da wurde beim Songwriting nicht gekleckert sondern geklotzt – viele Tempowechsel, rattenscharfe Gitarrenparts, das Rhythmus-Duo lässt es ordentlich krachen, gesanglich großartig arrangiert – Chapter Two scheint ein Volltreffer der besonderen Art zu werden. Da ich mich nicht für einen der Songs entscheiden kann, nehme ich den Dreierpack als mein persönliches Highlight Nr. 1!





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Nach diesem Hochgenuss in Form von neuem Liedgut, ging's wieder weiter mit Nummern ihres Debüts. Da die Setlist ja direkt vor meiner Nase lag, wusste ich, dass jetzt meine beiden Favoriten von  Chapter One: The Principles  mit dabei waren. Famous ist mit seinen funkigen Grooves, dem schmissigen Einsatz der Gitarren und starken Bass-Lines ein gnadenloser Abräumer und live noch viel viel heißer als auf CD – mein Highlight Nr. 2!  If You Don't Know  und  Walls Around My Chair  rockten die Hütte ordentlich durch und dann kam als letzter Song meine persönliche Nummer 1 von Album Nummer 1 –  Too Late.  Der vom Bass dominierte Einstieg, die scharfen Riffs - der Rhythmus packt total! Dazu ein Refrain und ein Gitarrensolo zum Niederknien und das Gesamtpaket in einer wirklich verschärften Live-Version – mein Highlight Nr. 3! Viele Leute sangen mit, die Stimmung jagte noch ein Stückchen höher, dazu die Lightshow – die Gänsehaut hatte Kirmes.


In gesanglicher Hinsicht war dieser Auftritt großes Kino. Frank Becks Stimme hat das gewisse Etwas und live ist er großartig. Sehr gelungen fand ich auch die mehrstimmigen Parts. Egal, in welcher Formation sie zusammen sangen, war es immer eine runde Sache und klang fantastisch.


Bei der Bandvorstellung lüftete sich nun auch das Geheimnis um den „falschen“ Drummer. Sein Name ist Felix Haun und er sprang ganz kurzfristig ein. Trotz der arg knapp bemessenen Vorbereitungszeit funktionierte das Zusammenspiel mit dem Rest der Truppe sehr gut, von daher> Respekt und Hut ab!


Bin ich schon fertig? Neee, wer mich kennt weiß, dass das sicherlich nicht der Fall sein kann, weil meine Notizen immer recht umfangreich ausfallen... ;-)


Auch bei  Red Raven  beschränkten sich die Showelemente auf Bühnennebel und die Lightshow. Das reicht jedoch vollkommen aus, da die Jungs selbst so viel geben. Die Gitarristen Patrick und Bernd ließen ihre Finger über die Saiten flitzen, die Texte wurden von Sänger Frank nicht nur in stimmlicher Hochform gesungen sondern auch gefühlt, dazu das temperamentvolle Wirken von Bassist Martin und die wirbelnden Sticks samt im Rhythmus fliegender Lockenpracht von Drummer Felix - das ist genau das, was ich erwarte und sehen will. Pyro-Einlagen oder sonstiges Brimborium können das niemals ersetzen, ausgleichen oder verbessern.


Noch kurz ein paar Worte zur Lightshow: die Farbenspiele wirkten in diesem kleineren Raum extrem gut , tauchten Bühne und Musiker in atmosphärische Szenerien und verstärkten den Musik-Genuss. Manchmal konnte man die Jungs im dunkelblauem Licht nur als Schatten sehen, dann überkam sie ein teuflisches Rot, aber der Überflieger waren die Grüntöne, die für mein Empfinden die heißesten Effekte ergaben.





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Red Raven  lieferten auf sehr hohem Niveau ab, was mich allerdings nicht wunderte. Die Band an sich besteht seit 2011, aber die Herren Raben selbst sind schon lange dabei. Gestandene Musiker, die mich nicht nur mit ihrem Können begeistern konnten. Ich mag vor allem dieses totale Sich-reinfallen-lassen, wenn die ehrliche Leidenschaft und das Herz für ihre Musik sichtbar wird und intensiv zu fühlen ist. Bei einigen Akteuren im Musik-Biz wirkt das einfach nur gekünstelt, da ist die gezeigte Hingabe eher Schauspielerei, weil es so besser rüberkommt. Bei  Red Raven  war das absolut nicht der Fall und ich genieße es sehr, solche Vollblutmusiker in Action zu erleben. Ein Beispiel für die speziellen Momente, die mich arg einsacken konnten: Gitarrist Patrick Fey spielte mit geschlossenen Augen ein Solo, wirkte komplett in die Welt der Noten entfleucht und entlockte den Saiten dabei ein tolles Stückchen Musik. Von diesen Momenten gönnten mir die Musiker so einige...


In technischer Hinsicht hatten  Red Raven  etwas Pech, aber kleine Pannen wie stumme Mikros kennt man ja zur Genüge. Neu für mich war die Wiederbelebung einer ausgefallenen Snail Drum und auch der Rücken eines rumwuselnden Backliners kann entzücken, vor allem, wenn er seine Arbeit gut macht. :-) Die Interaktion mit dem Publikum kam dank der Ansagen und kleiner informativen Plaudereinheiten von Sänger Frank Beck und Gitarrist Patrick Fey ebenfalls nicht zu kurz. Die Zuschauer waren gefordert, unter anderem dank Trainingseinheiten für die rhythmische Arm- und Handkoordination sowie dem Intonieren von Buchstabenkombis oder kurzen Textpassagen. Tage später habe ich noch „on and on and on...“ vor mich hin gebrummt. Auch  Red Raven  bedankte sich ausgiebig bei allen am Konzert beteiligten Mitarbeitern und sie hinterließen in jeder Hinsicht einen sehr sympathischen Eindruck.


Ich hätte gerne noch etwas länger zugehört, aber jedes Konzert hat mal ein Ende. Ilona und ich waren uns einig, dass wir die Konzerttermine beider Bands im Auge behalten und wenn ein Datum in unsere Planungen reinpasst, sind wir wieder dabei.


Fazit Nr. 1 - dat honn da vadammt gudd gemach!

Fazit Nr. 2 - Vorfreude auf Chapter Two auf hohes Level geschraubt!

Fazit Nr. 3 - was für ein gelungener Abend!


Ich habe fertig und somit wäre die Berichterstattung über diesen Konzertabend abgeschlossen.


 

 

Report ©2016 by Marion Ney
Fotos ©2016 by Ilona Füller & Marion Ney

 

 

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