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Konzertbericht

Skindred

Support:
SOiL
Maplerun

Garage - Saarbrücken

14.02.14
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Garage - Saarbrücken

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Fotogalerie Skindred

Unser Konzert-Special

 

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MusiknoteKonzertbericht Maplerun   MusiknoteKonzertbericht SOiL

 

 

 

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Die kurz gehaltene Umbaupause nutzten wir, um ein bisschen Umgebungsanalyse zu betreiben. Inzwischen war die Garage gut gefüllt mit einem vom Look her wild gemixten Publikum. Was gab es neben einer beachtlichen Anzahl „Normalos“ noch zu sehen? Viele Dreadlocks und karierte Hemden, jede Menge Band-Shirts, so manche Kutte, einige Iros, die mehrheitlich den Kopf von Edelstyle-Punker zierten (wobei sich das nebenbei bemerkt ja von der Ur-Ideologie her gegenseitig aufhebt – trefflicher ausgedrückt wäre wohl: die hatten sich als Punker verkleidet). Eine so bunt zusammengewürfelte Menge kenn ich von Festivals, aber nicht unbedingt von Konzerten. :-) Allerdings passt das zu  Skindred  wie die Faust auf's Auge, denn deren Musik ist ja auch eine fesselnd schräge Mischung.


Zur Überbrückung der Wartezeit beschallte man uns mit gut ausgewählter Musik. Als  Blitzkrieg Bob  lief, herrschte plötzlich ein erhöhtes „Hey ho, let's go...“ Aufkommen in der Location und sorgte für Konzertstimmung vor Konzertbeginn. Irre, was ein Song bewirken kann. Kurz vor 21 Uhr gingen die Lichter aus, die Scheinwerfer flackerten,  Thunderstruck  von  AC/DC  krachte aus den Boxen und sofort unterstützte die Menge Brian Johnson gesanglich. Ein weiteres Intro folgte in Form einer Variante des  Imperial March  aus “Star Wars” und ein Musiker nach dem anderen erschien auf der Bühne. Erinnerte mich etwas an den Einmarsch der Gladiatoren. Einer fehlte noch...



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Sänger Benji Webbe schritt langsam nach vorne, vom Publikum begeistert und mit viel Applaus begrüßt. Dieser Mann weiß um seine charismatische Ausstrahlung, die von seinen Dreadlocks, der flippigen Jacke, Sonnenbrille und weißem Schweißtupftuch noch unterstrichen wurde. Durch die tolle Lightshow bekam sein Outfit oftmals zusätzlich einen etwas mystisch-spacigen Touch. So wurden die Klamotten clever als Showelement mit integriert. Wobei Musiker für mich generell in Sackleinen auftreten dürften - Hauptsache, sie bringen an den Instrumenten und mit den Stimmen volle Leistung.


Skindred  promoteten auf dieser Tour ihr aktuelles Album  Kill The Power, aber sie stiegen mit dem Song  Rat Race  aus der CD  Roots Rock Riot  in ihr Set ein. Ihnen stand die komplette Bühne zur Verfügung und auch ein paar Dezibel mehr... Die Lautstärke schoss nach oben, blieb jedoch in einem angenehmen Bereich. Die Setlist war gut gemischt. Vom neuesten Werk kamen außer dem Titeltrack mit  Ninja, World's On Fire, Saturday  und  We Live  noch vier weitere Nummern zum Einsatz. Von den Vorgängern hatte man sich die gewissen Hämmerchen herausgepickt, die mehrheitlich bereits für Singleauskopplungen und/oder Videoclips auserkoren worden waren.


Laut meinen im Dunkeln in den Schreibblock geklöppelten Hieroglyphen – und daher ohne Gewähr für die Richtigkeit und definitiv nicht in der korrekten Reihenfolge aufgelistet - spielten sie: Babylon, Pressure, Nobody  und  Bruises  (CD  Babylon, VÖ 2002), Trouble  (CD  Roots Rock Riot, VÖ 2008), Stand For Something  (CD  Shark Bites And Dog Fights, VÖ 2009), Cut Dem, Doom Riff  und  Warning  (CD  Union Black, VÖ 2011). Dazwischen wurden von DJ & Keyboarder Dan Sturgess immer wieder Samples eingestreut, die sich mit den Metal, Rock und Reggae-Klängen samt Doom, Electro und Hip-Hop Einflüssen zu einem irgendwie recht schrägen, aber auch hochinteressanten Musik-Cocktail verquirlten. Kommt auf Silberling sehr gut und geht live durch die Decke.



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Obwohl die fünf Engländer jede Menge Platz hatten, herrschte kein allgemeines munteres Gewusel. Kam mir eher wie „Dein Tanzbereich, mein Tanzbereich“ vor. Am Aktivsten war Sänger Benji Webbe, er nutzte seinen Aktionsradius bewegungstechnisch intensiv aus, stand auch mal auf der Monitorbox oder auf den Stufen seitlich des Schlagzeugs, erledigte die Ansagen und machte einen sehr guten Job als Animateur und Dirigent der Fans. Das Wichtigste jedoch: stimmlich lieferte er voll ab, eine wirklich beeindruckende Leistung wie er alle „verbauten“ Musikstile gesanglich live umsetzen konnte und zwischen verschiedenen Bereichen der Tonleiter hin-und her wechselte.


Aber auch die Herren an den Instrumenten brillierten auf ganzer Linie. Gitarrist Mikey Demus wirkte überwiegend eher in sich gekehrt und sehr in seine Saitenarbeit vertieft. Er schien sich oft gar nicht von der Lautsprecherwand hinter ihm trennen zu wollen. Das es auch anders geht, zeigte er in kurzen Momenten, wenn er am Mikro stand, es ihn dann doch mal packte und er die Gitarre samt Körper in Schwingung brachte. Wenn ich Mickey sehe, denke ich nicht an seine Combo sondern immer zuerst an ZZ Top, was eventuell und unter Umständen an seinem Bart liegen könnte. Mit seinem Hut und der ausgefallenen Brille erinnerte er mich eher an einen Alt-Hippie oder einen Neuzeit-Nerd. ;-) Was er linkshändig spieltechnisch ablieferte – Respekt!


Bassist Dan Pugsley überzeugte ebenso mit seinen sehr sauber und präzise gezupften Bass-Lines. Er war etwas aktiver, hatte auch oft Dienst am Mikro und kam arg ernst rüber, mit dem Lächeln hat er's wohl nicht so. Drummer Arya Goggin fand ich sehr stark, er bearbeitete sein Schlagzeug-Set mit vollem Körpereinsatz, ließ die die Arme samt Stöcken durch die Luft rotieren und sorgte für einen donnernden Beat. DJ & Keyboarder Dan Sturgess bot sein solides, nicht nervendes Tastenspiel oftmals mit geschlossenen Augen und ganz in sein Wirken abgetaucht. Zudem setzte er mit seinen Samples die kleinen feinen Zwischentöne der anderen Art. Alle wirkten bestens aufeinander eingespielt und die Musik passte auf den Punkt. Dazu kam eine wirklich ideal eingesetzte Lightshow, die tolle Effekte zauberte und die Stimmung der Songs verstärkte. Highlights möchte ich hier keine herauspicken, weil der Auftritt im Ganzen faszinierte.



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Die Leute feierten  Skindred  von der ersten Sekunde an extrem. Immer wieder frenetischer Jubel und vor allem ließ die Mehrheit der Besucher ihrem Bewegungsdrang freien Lauf, insbesondere in den vorderen Reihen ging's gewaltig ab. Die ganze Garage war am Grooven, man kann sich dieser Musik einfach nicht entziehen. Mehr oder weniger rhythmisch wurde im oder knapp neben dem Takt gesprungen, getanzt, gepogt, mitgesungen, Crowdsurfer Richtung Bühne durchgereicht und auch Batman „flog“ wieder in vorderster Front. ;-)


Das Publikum zu beobachten war bei diesem Gig äußerst lohnenswert und somit ein spezielles Erlebnis. Ein Beispiel: direkt vor uns tanzte ein Rastaman total gedankenverloren und wohl komplett in seiner eigenen Welt versunken vor sich hin. Zeitgleich wurde rechts von ihm mit nach oben gereckten Händen die Pommesgabel zelebriert und links jumpte ein Iro samt seinem Träger wie ein Flummi auf und ab. Action pur, auf der Bühne und davor, in allen möglichen Varianten... Diese ungewöhnliche Vielfalt war eine Premiere für mich und es machte enormen Spaß. Auf die klassischen Reggae-Parts lässig abzutanzen und die Sonne Jamaikas im Geiste auf der Haut zu spüren – das hatte was. ;-)



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Wir hatten uns nach Ilonas Fotopit-Einsatz vorsichtshalber nach hinten verzogen. Letztendlich wurde mir genau das zum Verhängnis, als ein sehr betrunkenes weibliches Menschenkind mit Vollspeed um die Ecke schoss und mich rechts so was von erwischte. Das Konzert war mir noch tagelang dank dickem Knie mehr als intensiv präsent. Ich werde es wohl nie verstehen, warum Menschen es cool, angesagt oder sonst was finden, sich volllaufen zu lassen. Sich besoffen zum Affen zu machen bzw. lallend durch die Gegend zu schwanken ist endlos weit entfernt von der Abteilung „Cool und Co.“. Leider gefährden diese Witzfiguren nicht nur sich selbst sondern auch andere... Trotzdem wird mir dieser Abend in Sachen Musik in allerbester Erinnerung bleiben!



Nachlese:


Drei Bands, die sich voll reinknieten, versüßten uns den Valentinstag mit erstklassigen Auftritten. Starke Performances von allen Musikern, aber auch von den Crews, die mit Turboumbauten glänzten.

Von der Stimmung und den Reaktionen der Leute her war das  Skindred-Konzert eine tolle Erfahrung für mich, die extrem gute Laune brachte und Spaß machte.

Schade, dass Bus und Bahn nicht besser aufeinander abgestimmte Fahrpläne haben. So konnten wir mal wieder nur eine kurze Konzertnachbesprechung auf dem eiligen Weg zum Bahnhof machen und nicht gemütlich bei einem Kaffee.

Erkenntnis des Abends Nr. 1: auch beim Brauen musikalischer Stilmischungen gilt: geht nicht gibt’s nicht!

Erkenntnis des Abends Nr. 2: Batman steht auf härtere Musik und spielt Luftgitarre.

Erkenntnis des Abends Nr. 3: was von hinten betrachtet „Holla“ ist, kann beim Wenden ein „Herrje“ hervorrufen. ;-)

Efcharisto, thank you und vielen Dank für einen interessanten, unterhaltsamen Abend mit verdammt guter Musik geht an: die drei Bands und ihre Crews, an die Belegschaft der Garage, an FKP Scorpio und AFM Records, an die zweite Hälfte unseres weiblichen SR-Doppels Ilona sowie an alle anderen Besucher dieses Konzerts!

 

 

Live-Fotos ©2014 by Ilona Füller
Bericht ©2014 by Marion Ney

 

 

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