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Konzertbericht

Voodoo Circle

Double-Headliner-Tour mit:
Shakra

The Rock Temple - Kerkrade/NL

10.05.13
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The Rock Temple

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Unser Konzert-Special/Our Concert-Special

 

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Der Umbau ging recht zügig voran. Wir nutzten die Zeit, um etwas zu trinken und zu einer ersten Analyse des Auftritts von  Shakra. Und natürlich waren wir neugierig, auf die deutsche Band des Abends, auf Voodoo Circle. Sie tourten mit leicht verändertem Line Up: Keyboarder Jimmy Kresic war nicht dabei und den Job an den Tasten erledigte Alessandro Del Vecchio. Ich war gespannt, wie viele Tracks ihres am 22.02.13 erschienen Albums  More Than One Way Home  auf der Setlist vertreten sein würden. Sobald sie auf der Bühne aufgeklebt worden war, machte ich flott einen langen Hals. Was ich da zu lesen bekam, machte mich happy, denn diese Zusammenstellung hätte von mir stammen können. Somit war meine Vorfreude nochmals gewachsen...



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Wir mussten nicht lange warten, eine halbe Stunde später enterten Voodoo Circle  die Bühne und wurden von der Menge lautstark begrüßt. Es ging schon mal verdammt gut los, ihr Opener hieß  Heart Of Babylon. Ich liebe diesen Song und live war er ein Hochgenuss. Direkt danach wurde der Blues ausgepackt, nämlich der  No Solution Blues. Was für ein heißer Doppel-Pack gleich zum Einstieg und es wurde immer heißer, nicht nur musikalisch... Langsam, aber sicher verwandelte sich der Rock Temple in Richtung kleine Sauna. Allerdings dampft man ja gerne vor sich hin, wenn man so klasse unterhalten wird.


Vor David Readmans Leistung zieh ich den Hut. Seine Bühnenpräsenz ist beeindruckend. Er singt kraftvoll, konzentriert, auf den Punkt und strahlt dabei trotzdem eine gewisse Ruhe und Lässigkeit aus. Seine Stimme kommt im Konzert noch intensiver und packender als auf Tonträgern. Und man staune: er war zu hören! Sein Mikro war brav, das Equipment funktionierte und streikte nicht immer mal wieder wie bei  Shakra! Auch die Kommunikation mit dem Publikum beherrschte David bestens, in Form vieler Ansagen - in englischer Sprache, nett, informativ und auch mal witziger Natur.




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Und wo wir gerade beim Spaßfaktor sind: der war bei den Herren sichtbar hoch. Nicht nur, dass sie sich da oben in ihre Arbeit richtig reinknieten, sie scherzten auch oft untereinander und mit den Fans. Ein kleines Beispiel: Alessandro Del Vecchio schnappte sich einen Stick, kloppte auf den Becken rum, war praktisch Markus Kullmanns dritter Arm und die beiden amüsierten sich dabei köstlich. Ich liebe gut gelaunte lächelnde Musiker! Ein bisschen sportiv ging es auch ab und an zu: Saiteninstrumente wurden in die Lüfte gestemmt, das Publikum zum rhythmischen Klatschen animiert, auf der Bühne rumgetigert, die Wasserflaschen gehievt... aber die größte sportliche Leistung vollbrachte das VC-eigene Tier... Falls ihr euch fragt, was das nun wieder soll - fangen wir vorne an ;-)



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An den Drums hing das berühmt-berüchtigte Tier im Kleinformat als Stofftier und Markus Kullmann hat es zudem als Tattoo am Arm. Für Unsachkundige: das Tier ist der zottelige, verrückte, wilde Schlagzeuger aus der Muppet-Show, im Wissens-Notfall> googeln. Auf der Setlist gab es einen Programmpunkt, der kurz und knapp als „The Kullmann“ aufgeführt war. Dahinter versteckte sich ein langes Schlagzeug-Solo. Die anderen Musiker verließen die Bühne, Markus allein auf weiter Flur, dann legte er los... und fragt nicht, wie... Furiose Show, mit Tempowechseln, von den Scheinwerfern stimmungsvoll in Szene gesetzt, viel Power, viel Action, voller Körpereinsatz. Er warf Sticks hoch in die Luft und fing sie wieder auf, ein Jump auf den Hocker, später stand er auf den Drums, pushte die Menge. Es war der pure Wahnsinn! Respekt, Herr Kullmann, Respekt!




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Ich stehe auf solche ausgedehnten Instrumental-Einlagen, in Form von Soli oder von allen Instrumenten gemeinsam zelebriert. In der Hinsicht lieferten Voodoo Circle  so einige spezielle Momente, denn bei mehreren der Songs gab´s ein Verwöhnprogramm. Alle Mannen konnten mit ihrem Können glänzen und zeigen, was sie alles drauf haben. So dauerte die Kerkrade-Version von  Blind Man  mal knapp flockige zehn Minuten. Jede Sekunde davon war es wert, genau hinzuhören... Das tue ich generell immer bei Musik, aber an dem Abend besonders intensiv bei allem, was Alex Beyrodt seinen Gitarren entlockte.



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Das tat er in Hochform und es war wieder total faszinierend, ihm auf die flinken Fingerchen gucken zu können. Oft stand er da, spielte und schien total in einer anderen Welt versunken zu sein. Das Scheinwerferlicht fing sich in seiner langen Lockenpracht, er bewegte sich im Rhythmus, voll konzentriert auf seine Gitarre und seine Melodie – für mich hatte dieses Bild etwas Magisches. Seine Leidenschaft für die Musik und sein Instrument kam in diesen Momenten so extrem stark rüber... jedenfalls empfand ich das so. Alex wechselte zwischen mehreren Modellen hin und her. Ich find's rührend, wenn Musiker auch älteren „Baujahren“ die Treue halten und es nicht immer ein neues tolles Geschoss sein muss. Mir gefiel die Hippie-Version mit den Blümchen drauf arg, weil sie mich irgendwie an gute alte Zeiten erinnerte... Das Aussehen ist ja eh Nebensache – der, an dem sie dranhängt, muss die Saiten beherrschen. Das kann der Alex auf außergewöhnlich interessante Art und Weise. Bei diesem Können und seiner fantastischen Live-Performance sag ich dann schon wieder: tiefster Respekt, Herr Beyrodt!




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Noch eins am Rande - ich habe null Plan, ob weitere Saarländer im Rock Temple dabei waren, aber dank  Voodoo Circle  waren wir schon mal zwei. Als Alex auf die Bühne kam, fiel mir der bei uns bekannte Spruch ein „Mir Saarlänner sinn iwwerall“. Joo, dat sinn ma awa aach wirklich ;-) Und wieder zurück zur Musik...


Mat Sinner zupfte seinen – für mein bescheidenes Wissen – recht langen, großen Bass präzise, brachte ihn schön zum Wummern, schwang ihn durch die Botanik, ließ die Mähne rotieren. Der Mann hat eine tolle Ausstrahlung auf der Bühne, eine große Portion sympathische Coolness gepaart mit enorm viel Können. Alessandro Del Vecchio war ein würdiger Vertreter für Jimmy und lieferte eine sehr gute Arbeit am Keyboard. Beide hatten aber noch mehr zu tun, ihr Zweit-Job: bei den zwei- bzw. mehrstimmigen Parts bekam David Unterstützung von ihnen, passte einwandfrei zusammen und klang rund.




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Die Setlist umfasste einen gut gewählten Querschnitt – durch die letzten zwei Alben, durch verschiedene Tempozonen, durch alles das, was  Voodoo Circle  ausmacht. Ich dachte allerdings zwischendurch immer mal wieder: sie könnten eigentlich auch diesen oder jenen Song spielen... ging aber nicht, weil: falsche Band. Das war stellenweise echt ein bisschen irritierend, weil all diese Jungs in einer Menge anderer Combos aktiv sind - teilweise nur einer von ihnen (wie z.B. bei Dezperadoz, Hardline und  Pink Cream 69), teilweise sogar mehrere von ihnen zusammen (wie bei Sinner  und  Primal Fear) – da darf man mal kurz verwirrt sein, oder? ;-) Aber ganz am Ende, als Zugabe, gab's ein Vollgas-Cover und zwar ein verdammt leckeres: Rock'N'Roll  von  Led Zeppelin  in einer grandiosen VC-Version war der krönende Abschluss eines fulminanten Sets.



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Meine Highlights: die exzellente Gitarrenarbeit von Alex Beyrodt, das Zusammenspiel dieser Top-Musiker auf ganz hohem Level, die Stimmung auf der Bühne und meine eigene, denn fast alle Songs konnten mich komplett einfangen. Daher ist es sehr schwer, meine drei Favoriten aus der Setlist zu wählen. Blind Man  berührte mich am Tiefsten, bei  Tears In The Rain   ging der Groove so was von ins Gebein und das Cover von  Rock'N'Roll   war eins der schärfsten, das ich jemals gehört habe.


Der einzige Punkt, der mir nicht gefiel, hatte nichts mit  Voodoo Circle  zu tun. Wenn eine Band längere rein instrumentale Parts spielt und mich von hinten ein immer lauter werdendes Stimmengemurmel anfällt, mag ich das absolut gar nicht. Das wirkt auf mich wie „ach, das interessiert mich jetzt nicht, plaudern wir doch mal eine Runde“. Ich will niemandem das Reden verbieten, aber ich finde das den Musikern gegenüber unfair, die sich da vorne sehr viel Mühe geben, um uns was zu bieten. Das hätte Aufmerksamkeit verdient und man kann sich doch nach dem Gig noch ausgiebig unterhalten...



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Die ca. 80minütige Performance an sich war für mich ein rundes Ding, bot mir alles das, was ich erwartet hatte... und mehr! Ein durch und durch intensives Musikerlebnis der Sonderklasse, das ich extrem genossen habe. Der ganze Abend lief im Gesamten so, wie ich mir es gewünscht hatte - es war DER perfekte Wiedereinstieg ins Konzertgeschehen.


 


Nachlese


Der Voodoo Circle-Gig endete und ich stand immer noch in der 1. Reihe, hatte es wirklich bis zum Schluss geschafft. Das verdanke ich zum Teil der Tatsache, dass es keinerlei Druck von hinten gab, aber vor allem dem Fakt, dass ich mich beschützt fühlte. Meine operierte rechte Seite war optimal behütet - tausend Dank dafür an meine Flügelfrau Wilma samt unserer Rückendeckung Günter und Marco.


Die Entscheidung für den Rock Temple habe ich keine Sekunde bereut. Ich mag die Größenordnung, ich mag die dadurch entstehende Intensität des Musikgenusses, die mir dort geboten wird. Zudem fühlte ich mich wohl, inmitten von Rockmusik-begeisterten Menschen aus verschiedenen Ländern. Ein weiterer großer Pluspunkt des Rock Temple ist, dass man nicht rausgekehrt wird. Man kann in Ruhe noch was trinken und sich unterhalten. Nach Konzertende wird die Location zur Rock-Kneipe mit verdammt cooler Musikbeschallung.


Es war mein erster Trip und mein erstes Konzert nach der OP. Bei mir hieß die Frage früher nie: „hält die Frisur?“ oder „hält das Make Up?“ sondern sie lautete jahrzehntelang „halten die Knochen durch?“. Und nun weiß ich mit Sicherheit: meine Ersatzteile ermöglichen es mir, mein Leben wieder in allen Bereichen zu genießen. Daher danke ich dem Erfinder des künstlichen Hüftgelenks aus tiefstem Herzen :-)


Kein Dankeschön gibt’s für die Deutsche Bahn. Diese ständigen Verspätungsarien nerven nur noch. Ich bezahle für die Fahrten, erwarte einen gewissen Service und bin dabei nicht extrem anspruchsvoll. Mir würden Pünktlichkeit und funktionierende Toiletten schon ausreichen... auf der Hin-und Rückfahrt natürlich.


Erkenntnis des Abends Nr. 1: ein Tag kann das ganze Leben verändern ;-) @ Marco

Erkenntnis des Abends Nr. 2: ein No-Name-Akku taugt nix, auch wenn es ein gut gemeintes Geschenk war.

Erkenntnis des Abends Nr. 3: das werden recht lange Berichte. Und die habt ihr jetzt so gut wie überstanden!


Merci, bedankt, thank you und vielen Dank für einen sehr gelungenen Abend mit feiner Rockmusik und viel Spaß an: beide Bands und ihre Crews, an die Belegschaft des Rock Temple, an AFM Records, an meine Stolberger Wilma, Günter und Marco sowie an alle anderen Besucher dieses Konzerts!

 

- Fertig - ;-)



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Report und Fotos: ©2013 by Marion Ney

 

 

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