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Konzertbericht

Velvet Revolver

Support: Backyard Babies

E-Werk - Köln

22.08.04
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Setlist Velvet Revolver

 

 

Guns N´ Roses live zu sehen war mir leider nie vergönnt. Daher wollte ich mir das Velvet Revolver Konzert mit 3 Ex-GN´R Mitgliedern in der Band und einem Spitzenalbum am Start auf keinen Fall entgehen lassen. Bereits samstags begann meine kleine Konzert-Reise. In Koblenz nutzte ich die Wartezeit auf den Anschlusszug, um DevilzEye auf ein Käffchen wiederzusehen. Dann ging´s weiter ins schöne Sauerland zu Kirsten. Den Abend verbrachten wir mit netten Gesprächen, jeder Menge Kaffee, guter Musik und ganz viel Vorfreude auf das Konzert.


Sonntags ging´s gut gelaunt Richtung Köln und kurz vor der benötigten Autobahnabfahrt war ein Nightliner vor uns, der zufällig auch dort abfuhr. Wir blieben hinter ihm und er lotste uns brav zum E-Werk :-) Auto geparkt, auf ne Treppe gesetzt - wir warteten auf DevilzEye und hörten einen Teil des Soundchecks. Plötzlich knallte es... Obst und Konzerte vertragen sich für mich irgendwie nicht. Diesmal war ein Pfirsich der Anlass des Ärgernisses. Irgend so ein Depp hatte ihn durch die Gegend geschmissen, er war auf das Auto vor uns geknallt und in unsere Richtung abgeprallt. Ich hatte Glück, aber Kirsten war arg mit zermatschtem Pfirsich bekleckert. Der Schreck saß, aber man darf sich durch nix die Laune vermiesen lassen. Wir beseitigten die Spuren so gut es ging und nahmen es mit Humor, aber trotzdem > manche Leute sind richtige Schweine!


Zu meinem Erstaunen waren bereits zu dieser Uhrzeit sehr viele Fans vor Ort. Einige hatten sich schon einen Platz vor der Eingangstür gesichert, andere saßen in ihren Autos und man wurde mit GN´R-Songs bestens versorgt :-) Dev traf ein, wir fuhren in die Innenstadt, machten die obligatorische Kaffee-Pause, drehten eine Runde um den Dom, quatschten und hatten Spaß. Erik war unterwegs zu uns, es ging zurück zum E-Werk und die Suche nach zwei weiteren Tickets begann. Das Konzert war ausverkauft und es war schon heftig, was vor der Location in Sachen Tickets abging. 39 Euro Normalpreis für eins ist eh recht viel, aber dann 90 Euro dafür zu verlangen ist ein Hohn und Abzocke pur!


Für mich war es sehr interessant, die Menschen zu beobachten. Alle Altersklassen waren vertreten. Normalos, Rocker, Aufgestylte, andere Musiker - ein bunt gemischtes Publikum, das eins verband > die Liebe zur Rockmusik. Die Männer waren bei diesem Konzert in der Überzahl. Was mir etwas unangenehm auffiel > viele waren schon beim Einlass angetrunken. Ich brauche keinen Alkohol zur Steigerung meiner Vorfreude auf so ein Event, aber das muss jeder für sich alleine entscheiden. Selten hab ich so eine Vielfalt an Band-Shirts bewundern können. Die gute alte Zeit lebte auf – Cinderella, Mötley Crüe, Kiss, Queensryche, Metallica und und und... Zudem muss ich gestehen: ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Shirt-Modelle von GN´R gibt!


Es wurde Zeit - Kirsten und ich reihten uns in die Schlange vorm Eingang, waren flott und ohne Komplikationen drinne. Wir landeten vor dem Merchandise-Stand und dort hing der nächste Hammer. Shirts mit halbem Arm von Velvet Revolver, verschiedene Drucke, sahen gut aus... die Preisschilder verursachten allerdings Brechreiz> 30 Euro. Himmel, nach einer Wunderbaumwolle - selbstreinigend und selbstbügelnd - sah es nicht aus. Und da ich nicht Hilton, Onassis oder Gates mit Nachnamen heiße, verzichtete ich dankend! Rein in die Halle und ein Plätzchen etwas weiter hinten an der Wand gesucht. Sich gelegentlich anlehnen zu können kam nicht schlecht. Vorne war zu dem Zeitpunkt noch Platz genug, aber bei der Hitze ins Gewühl – das wäre nicht gut gegangen. Wir hatten (noch) eine optimale Sicht und die Erkenntnis gewonnen, dass im Ticketpreis Sauna mitbeinhaltet war... ob man nun wollte oder nicht... Das E-Werk füllte sich, aber Dev und Erik tauchten leider nicht auf. Einige Riesen verbauten mir inzwischen etwas die Sicht Richtung Bühne und ich wünschte mir mal wieder, 30 bis 50 Zentimeter größer zu sein.


Eigentlich sollte das Konzert um 20 Uhr beginnen, war aber Essig. Wir dampften vor uns hin, hibbelten nervös hin und her und kurz vor halb 9 war es endlich soweit. Nach einem sehr witzigen Intro, das zum Mitgrölen animierte, stürmten die Backyard Babies die Bühne. Mitreißende Show, treibender Sound, der Punk ging ab. Kam sehr sehr gut, ein ordentliches Pfund an Lautstärke, nur die Bässe hätten für mich etwas weniger heftig ausgesteuert sein dürfen. Die vier wild gestylten Schweden überzeugten! Ich mag Nickes Stimme, sie ist so schön kratzig-rau. Dregen ist ein Poser vor dem Herrn. Er tänzelte, wackelte mit den Hüften, sauste herum - was ihm stellenweise sein Mikro etwas übel nahm. Alle vier überzeugten an ihren Instrumenten, tobten über die Bühne und das Publikum ging mit ihnen ab. Sie spielten  Everybody ReadyA Song For The OutkastMinus CelsiusEarn The CrownHeavenBrand New Hate… von den restlichen Songs (es waren noch zwei, glaub ich) weiß ich leider die Titel nicht, sorry! Große Verwunderung herrschte als nach knappen 30 Minuten schon Schluss war. Wir guckten uns verdutzt an, denn mit 45 Minuten hatten wir schon gerechnet. So kann man sich irren.


Die Bühne wurde umgebaut und es hieß warten, warten, warten... Ich freute mich tierisch, gleich würde ich einen meiner persönlichen Gitarren-Heroes live spielen hören können samt Ex-GN‘R Kollegen Duff am Bass und Matt an den Drums. Endlich erlosch die Hallenbeleuchtung, das Intro erklang, es ging los... und ich bekam eine richtig dicke fette Gänsehaut. Sucker Train Blues  war der Starter, es ging also gleich ordentlich zur Sache. Gegenüber der Lautstärke, die mir jetzt entgegen knallte, war die der Babies ein Klacks gewesen. Ich liebe laute Live-Musik, aber ich muss zugeben, dass ich zum ersten Mal nach einem Konzert länger anhaltende Hörprobleme hatte. Es war einfach gewaltig und zwar in jeder Beziehung!


Scott Weiland ist wirklich ein sehr guter Sänger. Er war prima drauf, die Texte saßen und auch die Einsätze durchs Megaphon kamen klasse rüber. Ich frage mich, wo dieser dürre Kerl - bei dem man die Rippen zählen kann - die Stimme und die Power her holt. Und er ist ein begnadeter Performer. Seine eigenwillige Tänzel-Schweb-Sitz-Hüpf-Trudel-Posing-Einlagen – ooooh wooow! Ich hab mich darüber köstlich amüsiert. Er erinnerte mich an den einen Typ aus dem Musical  Cabaret :-)


Die Musiker glänzten durch Spielfreude und zeigten, was sie an ihren Instrumenten drauf haben - und das ist verdammt viel!! Der Oberhammer war allerdings Slash. Eine große Menge Gitarren standen für ihn bereit. Meine Güte, was er diesen diversen Klampfen entlockte - es war einfach nur genial und faszinierend. Ich war komplett hin und weg. Nach einer kurzen Pause im Konzert kam er mit Zylinder, Zigarette und nacktem Oberkörper zurück auf die Bühne und es war wie ein Deja-Vu... Auch der zweite Gitarrist Dave Kushner überzeugte voll und ganz. In der Setlist waren viele Songs der CD  Contraband, die live grandios umgesetzt wurden. Dazu drei Songs von GN´R - ich brauche sicher nicht groß zu schildern, wie ich mich bei  It´s So EasyUsed To Love Her und  Mr. Brownstone  fühlte... wieder dicke Gänsehaut, große Freude - aber auch etwas Trauer. Die Jungs spielten die Songs phantastisch, Scott sang prima - aber da war der Wunsch in mir wieder da, sie von der Original-GN´R-Besetzung on Stage zu hören – und das wird leider nie mehr möglich sein... Die VR-Songs gefielen mir alle verdammt gut, aber ein besonderes Highlight war  Fall To Pieces, das auch als nächste Single erscheinen wird. Der Song hat eine besondere Bedeutung für mich und den live zu hören, hervorragend gespielt – da schwitzten plötzlich kurzfristig auch mal meine Augen.


In der Halle herrschte absolute Hoch-Stimmung. Die Jungs zogen das Publikum in ihren Bann und brachten alle zum Abrocken. Als Fan wurde man wirklich bestens bedient, es machte riesig viel Spaß. Und nicht nur ich war begeistert am Mitsingen... Die Jungs stiegen immer wieder auf Blöcke hoch, so konnte man alle sehr gut sehen. Das Schlagzeug stand erhöht, dahinter ein großer Gong. Nach ein paar Songs flogen bei den meisten Musikern die Shirts in die Ecke. Nur Dave ließ trotz enormer Hitze Shirt und Mützchen an. Duff wirkt gut durchtrainiert, bei Slash dagegen ist ein leichter Bauchansatz zu erkennen. Klar, sie sind älter geworden, aber ihrem Können an den Instrumenten schadet das alles ja absolut nicht. Die Lightshow war klasse, nur machte mir das gelegentlich eingesetzte Flackerlicht schwer zu schaffen. Das Gezucke war schlimm, ich konnte nicht reinschauen. Das und die Hitze waren die einzigen Minuspunkte des Abends. Bei vielen Konzerteinsätzen hab ich schon heftigst geschwitzt, aber bei VR konnte man mich danach auswringen. Ein bisschen Frischluftzufuhr hätte dem E-Werk wirklich nicht geschadet. Wir wollten nicht in den großen Pulk samt Stau direkt nach Konzertende geraten und gingen kurz vor Ende langsam Richtung Ausgang. Dadurch bekam ich leider vom letzten Song  Negative Creep  – einem Nirvana Cover - nicht mehr viel mit. Aber man kann nicht alles haben und im Stau stehen wollten wir nicht - wir mussten ja noch ein gutes Stück fahren. Draußen ging´s flott zum Auto und wir gelangten schnell auf die Autobahn.


Mein Fazit: hat sich voll und ganz gelohnt, ein megageiles Konzerterlebnis!!!! Ein Highlight für mich, das nur schwer zu toppen sein wird. Ich freu mich jetzt schon auf weitere Alben und Konzerte dieser Band!! Das war... SPITZE!



Report by Marion Ney

 

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