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Konzertbericht

HammerFall

Support:
Serious Black
Orden Ogan


Garage - Saarbrücken

05.02.15
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Setlist

Unser Konzert-Special

 

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Der Umbau für den schwedischen Headliner des Abends dauerte etwas länger, denn ihnen stand nun die komplette Bühne zur Verfügung. Als Deko waren Zeichnungen eingesetzt - den Hintergrund bildete ein altertümliches Schloss, das schön mit den beiden seitlich zu sehenden knorrigen Bäumen harmonierte. Im rückwärtigen Teil thronte etwas erhöht ein imposantes Drumkit, mit Namen sowie Bildnis seines Besitzers auf den Trommeln und einer vorne am Gestänge der Becken eingehängten schicken Maske. Vor dem Schlagzeug sichteten wir eine ganze Armada an zusätzlichen Scheinwerfern, was auf eine intensivere Light-Show schließen ließ.




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Bei dieser  (r)Evolution  Tour – der ersten nach ihrer selbst verordneten Pause - stand ein ungewohntes Line-Up auf der Bühne. Drummer Anders Johansson hatte ja im Herbst 2014 nach 15 Jahren bei  HammerFall  die Trommelstöcke geschmissen. Ihn ersetzte David Wallin von  Pain  bei den Live-Auftritten. Bassist Fredrik Larsson ist zum zweiten Mal Papa geworden und befindet sich gerade quasi in Elternzeit. Für ihn sprang Ex-Gitarrist Stefan Elmgren ein und spielte zur Abwechslung mal auf wenigeren, tiefertönenden Saiten. Ich war gespannt, wie diese Besetzung miteinander harmonieren würde.




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Die Umbauten dauerten nicht allzu lange und wir harrten der Dinge, die da aus Schweden kommen, allerdings tat sich noch nichts. Vielleicht irrte ich mich, aber es kam mir nicht mehr so rappelvoll vor wie bei  Orden Ogan.  Trotzdem bevorzugte ich es, die vorderen Gefilde zu meiden und wir blieben weiter hinten stehen. Ilona schwang sich mutig in den Fotograben und so warteten wir ohne Sichtkontakt darauf, dass sie heil und am Stück zurückkam. Die Bühne war einsatzbereit, die Leutchen in der Garage auch, Geduld haben stand auf dem Plan, dann setzten  HammerFall  Sprechchöre ein. Irgendwann hatten diese Lockrufe der anderen Art Erfolg, es wurde endlich dunkel, die Einmarschmusik startete, Rauchfontänen schossen in die Höhe und das Konzert begann. Im Publikum flogen die Fäuste hoch, die Musiker wurden frenetisch und lautstark empfangen - ab ging's mit  Hector's Hymn  aus ihrer aktuellen Scheibe.




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Es folgten  Any Means Necessary  aus 2009 und mit  Renegade  gab's eine Perle, die im Jahr 2000 erschien. So nett durchgemischt ging es weiter, quer durch ihr Wirken und ihre neun CD-Veröffentlichungen von 1997 bis 2014 – die Setlist gab richtig was her. Vom neuen Album  (r)Evolution  waren letztendlich mit  Hector's HymnLive Life LoudWe Won't Let Down  und  Bushido  nur vier Songs vertreten, wenigstens eine Nummer mehr wäre fein gewesen. Aber die Bands müssen ja eine gewisse Spielzeit einhalten, in der sie Altes und Neues präsentieren wollen, wobei von ersterem in der Regel mehr vorhanden ist.




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Wer sich mit dem Gesamtwerk der Schweden nicht auskannte, konnte an den Reaktionen im Publikum bestens die älteren Werke wie z.B.  Glory To The BraveHammerFallLet The Hammer Fall  oder  Raise The Hammer  ausmachen. Immer dann setzte der Fan-Chor besonders energisch ein, die Arme schnellten nach oben, Fäuste wurden in die Luft gereckt und die Mähnen geschüttelt, sprich: die Stimmung kochte extrem hoch. Mehrfach feuerte man die Band mit  HammerFall  Sprechchören an, was alles zusammen eine gewisse Gänsehautstärke erzeugte.




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Der Sound donnerte angenehm hart und mit erhöhtem Dezibelpegel aus den Boxen. Auch wenn ich mich wiederhole: die Drums hätten etwas nach unten reguliert besser ins Gesamtklangbild gepasst. Die Show war klasse, schön lebendig, mit jeder Menge Action und Bewegung drinne.  HammerFall  ließen nicht den Hammer, aber ihre Haare – sofern vorhanden – des Öfteren wild rotieren. Sie standen häufig auf dem erhöhten Teil der Bühne vor/neben dem Schlagzeug, was den Vorteil mit sich brachte, dass wir von unserem Plätzchen weiter hinten eine bessere Sicht auf das Geschehen hatten. Immer wieder jagten die Rauchfontänen in die Höhe. Sie wurden ebenso wie das Bühnenbild, die Instrumente und die Musiker vom Farbenspiel der Scheinwerfer in eine fast schon mystische Atmosphäre getaucht. Die dadurch entstehenden Effekte kamen genial gut rüber.




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Das Quintett funktionierte prima zusammen. David Wallin beeindruckte mich mit seinem Können und seinem kraftvollen Drive, der Geräuschkulisse nach zu urteilen zudem einige Anwesende mit dem Entledigen seines Shirts. Hätte ich nicht gewusst, dass Stefan Elmgren eigentlich Gitarrist ist, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass er zum Basser umfunktioniert wurde. Die beiden Gitarristen Oscar Dronjak und Pontus Norgren imponierten mir auf ganzer Linie, mit exzellenter Fingerfertigkeit an den Saiten und sehenswerten Instrumenten. Was die zwei ablieferten, allein und vor allem zusammen... wenn sie teilweise total entrückt spielten oder gymnastische Verrenkungen samt Gitarrenposing hinlegten – wow! Ihre heißen Einsätze am Arbeitsgerät waren definitiv ein Highlight für mich und eine tolle Idee setzten sie mit dem  400 Meter Medley  um, bei dem alle Herren an den Instrumenten ihrem Können freien Lauf lassen konnten. Dieses Medley puzzelte man aus Riffs und Soli mehrerer Songs wie z. B.  Hero’s ReturnThe Dragon Lies Bleeding  und  Riders Of The Storm  zusammen, also aus rein instrumentalen Parts. Davon hätte ich auch 800 oder 1.000 Meter genommen...




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Sänger Joacim Cans überzeugte gesanglich und legte eine erstklassige Stimmbandleistung hin. Ich mag sein Timbre sehr und er gab an diesem Abend durchgehend Vollgas. Zudem ist er ein Performer mit ausgeprägter Körpersprache, ein begabter Animateur und wahrlich ein Labertäschchen der Güteklasse 1 - ein vielbeschäftigter Frontmann. Joacim erledigte zwischendurch die Ansagen, bewies dabei seine Deutsch- und Rechenkünste sowie sein Talent als Comedian, dirigierte den Fan-Chor, ließ jenen auch mal alleine singen und hielt dann selbst den Schnabel. Er taufte die Garage auf „Temple of Saarbrücken“ um, übte sich als Mikroständerschwinger, kauerte eine Runde auf der Bühne, stellte seine Bandkollegen vor und überraschte mit sinnigen Feststellungen wie „der Bass ist kein Soloinstrument“. ;-) Zum Grinsen gab's so einiges. Den Spaßfaktor und das Lächeln hatten die Jungs zum Glück nicht in der Garderobe hängen lassen. In dieser Kategorie konnte Oscar Dronjak mehrfach hoch punkten, insbesondere mit seiner Aktion „Meine Zunge und ich“ - fast hätte er Gene Simmons geschlagen, aber nur fast. ;-)




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Die letzten Songs verpassten wir leider. Wie immer mussten wir früher raus, um die altbekannten Spielchen „Fang den Zug“ und „Schnapp den Bus“ anzugehen. Wir haben übrigens beide erfolgreich beendet. :-) Ein Erlebnis der übelsten Art: nassgeschwitzt aus der Garage tappeln, trotz dicker Verpackung den Kälteschock volle Breitseite abbekommen und bei eisigem Wind schnatternd auf die jeweiligen Fortbewegungsmittel warten. Zweibeinige Tiefkühlkost auf Reisen – dieses Feeling brauch ich so schnell nicht wieder. Als wir endlich zu Hause ankamen, dauerte es arg lange, bis ich wieder auf Normaltemperatur lief. Einen Tag später zeigte sich bereits, dass dieser Streifzug durch frostige Temperaturen nicht folgenlos blieb. Was nimmt man nicht alles in Kauf, um gute Musik live genießen zu können. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall.




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Mein Fazit: drei hervorragende Bands lieferten musikalisch auf hohem Niveau ab, waren bestens drauf, rockten die Bühne mit viel Spaß und Spielfreude. Bei der Wahl der Support-Acts hatte man Volltreffer gelandet. Die Stimmung ging durch die Decke und wir kamen voll auf unsere Kosten. Ich hab diese drei Gigs arg genießen können und sie gemeinsam mit zwei sehr lieben Menschen erleben zu dürfen, war das Sahnehäubchen. Unser Dank geht an alle beteiligten Musiker und ihre Crews, an Nuclear Blast und AFM Records sowie an die Mitarbeiter der Garage und das Security-Team.


Ich habe fertig! ;-)
 

 

Report by Marion Ney
Fotos ©2015 by Ilona Füller

 

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